Shared Space am Grazer Sonnenfelsplatz eröffnet

Der Kreisverkehr vor der Uni Mensa in Graz ist Geschichte, auch Verkehrszeichen gibt es keine mehr, ebensowenig wie einen Zebrastreifen: Graz hat seit Dienstag einen Shared Space - einen Verkehrsbereich, den sich alle Verkehrsteilnehmer teilen.

Radfahrer und Fußgänger im Shared Space-Bereich
ORF/ Bernd Korner
Radfahrer und Fußgänger im Shared Space-Bereich

Fünf Straßen treffen auf dem Grazer Sonnenfelsplatz zusammen. 15.000 Fahrzeuge fahren hier pro Tag zu Spitzenzeiten durch, 3.400 Fußgänger und 640 Radfahrer queren den Platz am Unicampus pro Stunde.

Straßenverkehrsordnung gilt weiterhin

Seit Dienstagmittag läuft der Verkehr über den Shared-Space-Bereich: Stopp-Schilder, Vorrang-geben-Schilder und Bodenmarkierungen gibt es keine mehr, auch keine eingezeichneten Parkplätze. Trotz dieser Freiheit gilt jedoch die Straßenverkehrsordnung, also etwa die Rechtsregel und der Vertrauensgrundsatz. Die Fahrgeschwindigkeit ist den Verhältnissen anzupassen, auch Fußgänger dürfen nicht überraschend den Platz queren und müssen zügig unterwegs sein.

Shared Space am Grazer Sonnenfelsplatz
ORF/ Bernd Korner
Shared Space am Grazer Sonnenfelsplatz

Geschwindigkeit muss sich annähern

Es gibt viele Bedenken, die Grazer Vizebürgermeisterin Lisa Rücker (Die Grünen) glaubt aber, dass das Shared-Space-Projekt am großen Sonnenfelsplatz funktionieren wird: „Ich gehe davon aus, dass wenn es die Holländer schaffen, die Deutschen schaffen, dass es die Österreicher auch schaffen.“ Ein ähnliches Projekt in Gleinstätten funktioniere bereits. Zur Vorsicht habe man aber auf dem Sonnenfelsplatz Boller aufgestellt, die einen Bereich abgrenzen, „wo Autos auf keinen Fall fahren dürfen. Aber wichtig ist, dass sich die Geschwindigkeit annähert“, so Rücker.

Rechtlicher Graubereich

Rein rechtlich ist jeder Verkehrsteilnehmer eigenverantwortlich, heißt es vom ÖAMTC Steiermark, Shared Space sei noch ein rechtlicher Graubereich. Am Sonnenfelsplatz soll es vor allem ein Miteinander von Radfahrern und Fußgängern gegeben. Die blass eingefärbten Bereiche sollen nur den Fußgängern vorbehalten sein, mehr Farbe sei wegen der Zementmischung nicht möglich gewesen, heißt es von den Verantwortlichen.

„Beim Neuaufbau wurden 4.000 Quadratmeter Platzoberfläche neu gestaltet, davon 3.200 farbig. Insgesamt wurden 2.000 Tonnen Asphalt verbaut und 70 Tonnen Farbe als Zementschlemme eingebracht“ , zählt Stadtbaudirektor Bertram Werle die Eckdaten auf.

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