Demenz verzögern: Tablet-Training für Senioren

Verschiedene Aktivitäten wie das Trainieren am Computer können Demenz laut Studien verzögern. Ein steirisches Projekt setzt hier an. Dafür wurde ein maßgeschneidertes Tablet-Trainingsprogramm für Senioren erarbeitet.

Senioren üben an Tablets
ORF
Die Senioren arbeiten mit eigens programmierten Tablets

Mit dem Projekt „AktivDaheim“ wird gegen das Vergessen angekämpft. Mitarbeiter von Joanneum Research Digital erarbeiteten gemeinsam mit der Famel GmbH aus Seiersberg-Pirka ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm für Tablets.

Programm wird derzeit getestet

Seit Jänner testen 25 Demenzkranke in den Bezirken Deutschlandsberg und Leibnitz das System. Sie sind zwischen 65 und 95 Jahre alt und leben zu Hause. Jeder von ihnen bekam ein Tablet, das mit verschiedenen Übungen befüllt ist, sagt Maria Fellner von Joanneum Research Digital: „Es gibt Bewegungsübungen. Es gibt Gedächtnisübungen. Es gibt Puzzles, Memorys und Ähnliches. Und ein weiterer Vorteil ist, dass diese Übungen auch auf die Biographie der einzelnen Person auch angepasst werden durch die Trainerin.“

Die Trainerinnen kommen einmal pro Woche. Sie helfen etwa dabei, ein bekanntes Bild hochzuladen. Dieses wird dann von den Senioren als Puzzle wieder zusammengesetzt. Videos, Musik und Geräusche können ebenso bereitgestellt werden und beim Erinnern und Denken helfen. Parallel arbeiten auch zwei Gruppen mit an Demenz Erkrankten mit Tablets und Sensorenmatten.

Demenz in der Steiermark:

Rund 16.000 Steirer leben mit der Diagnose Demenz. In den kommenden zehn Jahren wird diese Zahl um bis zu 25 Prozent steigen

Soziale Kontakte werden gefördert

Josef Steiner vom Sozialverein Deutschlandsberg sagt, die ersten Rückmeldungen sind sehr positiv – auch von Trainerin Manuela Künstner: „Die Menschen werden ruhiger, ausgeglichener, fröhlicher. Man merkt auch, dass sie nicht mehr so ängstlich sind gegenüber der Technik zum Beispiel, und dass soziale Kontakte gefördert werden. Und sie freuen sich einfach und sind schon neugierig, was gibt es heute Neues.“

Erste Ergebnisse im Herbst

Das Projekt läuft bis Juli. Die Technik dokumentiert die Fortschritte. Ein sogenanntes Eye-Tracking-Modul erfasst beispielsweise die Augenbewegungen, sagt Lucas Paletta von Joanneum Research Digital: „Es gibt eben die Anforderung hier mehr Licht, sozusagen in diese Blackbox zu bringen, und den Verlauf von Demenzkrankheit im Detail zu verfolgen.“ Studien würden zeigen, dass verschiedenartige Aktivitäten wie auch jene über „AktivDaheim“ die Demenz verzögern können. Die Ergebnisse des Projektes sollen im Herbst präsentiert werden.

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