2.000 demonstrierten gegen Murkraftwerk

In der Grazer Innenstadt haben am Freitag laut Angaben der Plattform „Rettet die Mur“ 2.000 Menschen gegen das Murkraftwerkes in Puntigam und den dazugehörigen Speicherkanal demonstriert. In wenigen Tagen stimmt der Grazer Gemeinderat über die Finanzierung des Kanals ab.

Am 29. Juni wird der Grazer Gemeinderat in seiner Sitzung über den Budgetplan der Stadt Graz entscheiden. Der Entwurf beinhaltet auch die Finanzierung des zentralen Speicherkanals.

Gegner kündigten anhaltenden Widerstand an

„Die Mur soll ewig fließen – laut stark und wild“, forderte der Demo-Zug in Begleitung von Trommeln, der Freitagnachmittag Südtiroler Platz startete. Die Endkundgebung wurde von einem starken Gewitterregen unterbrochen und spontan ins Forum Stadtpark verlegt. Politiker von KPÖ und den Grünen, Anrainer und verschiedene aktive Initiativen sprachen sich für den Schutz der Mur aus. Grundtenor: „Es ist nicht zu spät. Solange die Mur fließt, kann auch die Natur sich wieder erholen. Der Widerstand bleibt aufrecht: Kein weiterer Baum soll an der Mur fallen“. Auch für den Tag der Gemeinderatssitzung am 29. Juni kündigte die Plattform „Rettet die Mur“ wieder eine Aktion an. Am Hauptplatz wird in der Früh eine Mahnwache abgehalten. Mehr dazu auch in Murkraftwerk: „Rettet die Mur“ kämpft weiter (11.4.2017).

Demonstration Murkraftwerk Graz
Plattform "Rettet die Mur"

Die Kraftwerksgegner wollen weiter protestieren

Gegner befürchten Enteignungen

Mehr als 60 Millionen soll die Stadt Graz dauerhaft in den zentralen Speicherkanal investieren, kritisiert Romana Ull, Vizepräsidentin des Naturschutzbund Steiermark, zusätzlich soll die Stadt Graz der Energie Steiermark laut Ull noch 20 Millionen vorstrecken. „Davon müssten sieben Millionen nicht einmal zurückbezahlt werden, das Geld soll aus Landesförderungen abgezweigt werden, die eigentlich für die Stadt Graz bestimmt gewesen wären“, sagte Ull. Mit dem Beschluss zur Finanzierung des Kanals sollen laut den Gegnern des Kraftwerkbaus 200 Anrainer enteignet werden. Damm und Kanal sollen ihnen direkt in den Garten gesetzt werden. Die Verfahren laufen bereits auf höchster Ebene.

Die Gegner des Projektes sehen in dem Murkraftwerk die Zerstörung des Freizeitraumes am Fluss, eine Erhöhung der Feinstaubbelastung, Enteignungen und eine Mega-Baustelle bis hinauf zum Augarten. Das Steuergeld werde zudem an anderer Stelle dringend gebraucht, so der Tenor der Demonstranten. Sie fordern stattdessen den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Bekämpfung des Feinstaubs und Investitionen in Bildung und Gesundheit, sowie die Unterstützung der sozial Schwachen.

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