Unwetter: Politik sichert Hilfe zu

Die schweren Unwetter der vergangenen Tage haben in großen Teilen der Obersteiermark schwere Verwüstungen hinterlassen. Die Landesspitze war am Sonntag im Katastrophengebiet und sicherte dabei rasche Hilfe zu.

Nach den neuerlichen Unwettern in der Obersteiermark herrscht Katastrophenstimmung: Ganze Ortschaften stehen unter Wasser, die Sölkpass-Straße ist weggerissen, unzählige Häuser wurden evakuiert - mehr dazu in Unwetter-Katastrophe: Pegelstände gehen zurück, in Unwetter: Sölkpass-Straße weggerissen und in Oberwölz: Aufräumen nach dem Unwetter.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und sein Stellvertreter Michael Schickhofer (SPÖ) - auch Katastrophenschutzreferent des Landes - machten sich am Sonntag in Kobenz ein Bild von der Lage.

Schützenhöfer: „Katastrophenfonds aufstocken“

Dabei sagte Schützenhöfer: „Es sind schwere Unwetter, die uns wieder heimgesucht haben, mit massiven Schäden. Wir haben jetzt einzelne Gemeinden und Gehöfte besucht und können nur sagen, dass wir den Einsatzkräften, die bis zum Umfallen kämpfen, danken, insbesondere den Feuerwehren – ich habe etwa mit dem Kommandanten hier gesprochen, und er ist in Tränen ausgebrochen, weil er so etwas noch nie erleben hat müssen.“

Hilfe vom Bund

In einer Aussendung stellte Hans Jörg Schelling (ÖVP) finanzielle Mittel aus dem Katastrophenfonds in Aussicht, auch Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) sicherte Hilfe zu.

Außerdem sprach sich der Landeshauptmann für rasche finanzielle Hilfe aus: „Ich habe schon mit Finanzminister Schelling (ÖVP, Anm.) gesprochen, dass der Katastrophenfonds möglicherweise aufgestockt wird, neu dotiert wird, dass wir – Land und Bund – helfen und dass wir das rasch abwickeln. Denn alles, was nicht menschliches Leid ist, kann man wieder in Ordnung bringen, und das ist vielleicht der Unterschied zu früheren Katastrophen, dass es dieses menschliche Leid nicht in diesem Ausmaß gibt und dass im Raum Oberwölz-Niederwölz die Hochwasserschutzmaßnahmen wirklich gegriffen haben, sonst wäre das eine noch viel größere Katastrophe geworden.“

Michael Schickhofer und Hermann Schützenhöfer
ORF
Schickhofer und Schützenhöfer bei ihrem Besuch im Katastrophengebiet

Ähnliches sagte auch der für den Hochwasserschutz zuständige Landesrat Johann Seitinger (ÖVP), der sich über das Ausmaß der Unwetterkatastrophe erschüttert zeigte: Er verwies dabei aber auf die Investitionen in den Hochwasserschutz und der Wildbachverbauung in der Höhe von rund 20 Mio. Euro seit dem Jahr 2011. Ohne diese Schutzbauten wären die Auswirkungen heuer noch weit dramatischer, so Seitinger.

Schickhofer: „Sofort unterstützen“

Katastrophenschutzreferent Schickhofer will bei der nächsten Sitzung der Landesregierung am Dienstag zehn Millionen Euro Soforthilfe beantragen: „Es waren jetzt ganz dramatische Tage. Wir werden selbstverständlich die Menschen sofort unterstützen, einerseits beim Wiederaufbau und dann natürlich wieder mit Hochwasserschutzmaßnahmen in der Vorsorge. Es zeigt sich nur einfach: Der Klimawandel hat ganz dramatische Auswirkungen, wir sind immer stärker mit Starkregenereignissen konfrontiert, und da ist es wichtig, dass wir ganz gut vorbereitete Menschen in den Feuerwehren und beim Bundesheer haben, die gemeinsam mit den anderen Einsatzkräften sofort helfen.“

Bundesheer startet Assistenzeinsatz

Dementsprechend startete das Bundesheer am Sonntag einen Assistenzeinsatz: Der Baupionier- und Katastrophenhilfeeinsatzzug der Stabskompanie des Militärkommandos Steiermark unterstützt mit 35 Kräften die Aufräumarbeiten in Öblarn.

Unwetter in der Obersteiermark
APA/APA/HBF/PUSCH

Zusätzlich soll am Montag eine Pionierkompanie mit rund 200 Kräften und mit schwerem Gerät aus Villach in den Bezirk Liezen kommen, um Hänge zu stützen, Verklausungen zu entfernen und Behelfsbrücken zu bauen. Wie lange der Assistenzeinsatz dauern wird, ist noch unklar - aufgrund der schweren Schäden ist aber von Wochen auszugehen.

Das Katastrophengebiet aus der Luft

Ein Video aus der Luft zeigt die ganze Dramatik der Lage in Öblarn und Sölk.

Große Schäden auch in der Landwirtschaft

Auch die Landwirtschaft ist von den Unwettern betroffen: Laut Hagelversicherung wurden in den letzten Tagen in der Steiermark 10.000 Hektar Kulturfläche zum Teil schwer in Mitleidenschaft gezogen - ersten Schätzungen zufolge beläuft sich der Gesamtschaden in der Landwirtschaft auf rund eine Million Euro. Die betroffenen Bezirke sind Murtal, Bruck-Mürzzuschlag, Deutschlandsberg, Weiz und Leoben, die betroffenen Kulturen Grünland, Mais, Getreide und Wein.

Schwere Unwetter auch im restlichen Österreich

Aber nicht nur in der Steiermark, auch in anderen Teilen Österreichs gingen an diesem Wochenende heftige Unwetter mit Hagelschauern und Starkregen ab - mehr dazu in „Noch nie etwas so Arges erlebt“ (news.ORF.at).

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