Stiwoll: Suche wurde am Sonntag fortgesetzt

Die Fahndung nach dem 66-Jährigen, der zwei Nachbarn erschossen haben soll, ist am Sonntag in der Gegend rund um Stiwoll fortgesetzt worden. Durchsuchungen gibt es bei neuen Hinweisen. Die Lage wird stündlich beurteilt.

Am Sonntag wurde die Fahndung rund um Stiwoll fortgesetzt. „Danach wird in ein anderes Fahndungssystem übergeleitet, was aber nicht heißt, dass vor Ort alles eingestellt wird“, so Polizeisprecher Jürgen Haas am Sonntag. Am Samstag richtete die Polizei eine Sonderkommission „Friedrich“ ein - mit einer geänderten Strategie - mehr dazu in SoKo „Friedrich“ sucht nach Verdächtigem.

Durchsuchungen bei neuen Hinweisen

Die Lage wird stündlich beurteilt. Nach diesen Lagebeurteilungen erstellt die Polizei ein Einsatzkonzept: „Auch wenn man uns nicht sieht, heißt das nicht, dass wir nicht da sind“, so Haas. Tauchen neue Hinweise auf, dann gebe es auch wieder Durchsuchungen. Der verdächtige 66-Jährige wurde mittlerweile auch auf die Liste von Österreichs meistgesuchten Personen gesetzt.

Verdächtiger beschäftigte Justiz

Der mutmaßliche Täter ist der Justiz kein Unbekannter. Wie das Landesgericht für Strafsachen Graz mitteilte, war er wegen versuchten Widerstandes gegen die Staatsgewalt vor Gericht gestanden. 2012 brachte die Staatsanwaltschaft Graz einen Strafantrag wegen öffentlicher Beleidigung einer Behörde ein. Der Steirer hatte Flugzettel verteilt, auf denen Vorwürfe gegen das Bezirksgericht Frohnleiten erhoben wurden. 2014 wurde erneut ein Strafantrag gegen ihn eingebracht, diesmal wegen übler Nachrede gegenüber zwei Richtern. Im Mai 2017 folgte ein neuer Strafantrag wegen versuchter Nötigung in einem Exekutionsverfahren – mehr dazu in Doppelmord: Verdächtiger „kein Unbekannter“ (30.10.2017).

Der Doppelmord von Stiwoll

Strafanträge zurückgezogen

Alle drei Strafanträge wurden allerdings zurückgezogen, weil in Gutachten festgestellt wurde, dass der Verdächtige zum Zeitpunkt der Taten zurechnungsunfähig war. Für eine Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, so das Gericht, sei eine „Anlasstat“ notwendig. Im Fall der üblen Nachrede handelt es sich um einen Tatbestand, auf den bis zu ein Jahr Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe steht. Das treffe auch auf den Tatbestand der Nötigung zu.

Der gesuchte Täter
Polizei
Der gesuchte Mann

Begräbnisse der Opfer

Am Samstag wurde eines der Opfer des mutmaßlichen Todesschützen, ein 64-jähriger Nachbar des Mannes, am Friedhof von Stiwoll zu Grabe getragen. Die Verabschiedung wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen organisiert; Polizisten beschützten die Trauernden.

Das zweite Opfer, eine 55-jährige Frau, soll am Dienstag beerdigt werden. In beiden Fällen war gebeten worden, von Blumengestecken oder Kränzen abzusehen und stattdessen an die Pfarrkirche Stiwoll bzw. für die örtliche Feuerwehr bzw. für den Musikverein zu spenden.

Die Suche rund um Stiwoll war bisher erfolglos - mehr dazu in Alarmfahndung in Thal und Doppelmord: Cobra durchsuchte Stollensystem. Die Objekte und Personen, die auf der Gefährdungsliste der Polizei stehen, werden weiterhin intensiv überwacht. Die Volksschule und der Kindergarten sollen am Montag wieder geöffnet werden.

Mit Gewehr auf Nachbarn geschossen

Der gesuchte 66-Jährige hatte am Sonntag mit einem Gewehr das Feuer auf seine Nachbarn eröffnet: Eine 55 Jahre alte Frau und ein 64-jähriger Mann starben, eine weitere Anrainerin wollte fliehen und wurde schwer verletzt, sie ist außer Lebensgefahr - mehr dazu in Zwei Menschen in Stiwoll erschossen.

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