Stiwoll: Kindergarten und Schule wieder offen

Acht Tage nach dem Doppelmord in Stiwoll will die Gemeinde wieder zurück zur Normalität: So haben Kindergarten und Schule seit Montag wieder geöffnet. Der gesuchte 66-Jährige könnte unterdessen einen Einbruch verübt haben.

Der Doppelmord von Stiwoll

„Dieser Einschnitt beeinflusst massiv unser ganzes Orts- und Gemeinschaftsleben. Wir hoffen nur, dass der Täter gefasst wird und wir zurückfinden zu Normalität, wo wir vorher waren“, sagte der Bürgermeister von Stiwoll, Alfred Brettenthaler, am Sonntag.

Zurückfinden zur Normalität

Ein erster Schritt in Richtung Normalität wurde am Montag gesetzt - die Kinder von Stiwoll gehen wieder in den Kindergarten und die Schule, sagt Brettenthaler: „Wir sind auch dazu verpflichtet, dass die Kinder in die Schule gehen, und da setzen wir eben ein Zeichen mit einer dementsprechenden Sicherung.“

Kindergarten und Schule wieder geöffnet

Mehr als eine Woche nach dem Doppelmord haben in Stiwoll am Montag die Schule und der Kindergarten wieder ihren Betrieb aufgenommen - die Suche nach dem Täter läuft weiter.

Die Kinder werden geschützt, bestätigt auch Polizeisprecher Jürgen Haas: „Hier werden Sicherungsmaßnahmen getroffen, deren genauen Ablauf wir nicht kommentieren werden. Man kann aber davon ausgehen, dass die Polizei in ausreichendem Maß für die Sicherheit der Kinder sorgen wird.“ Eine Woche lang blieben die Kinder von Stiwoll daheim oder wurden aus dem Ort weg zu Verwandten geschickt, während Hundertschaften der Polizei nach dem mutmaßlichen Doppelmörder in und rund um Stiwoll suchten.

Unterdessen wird auch eine neue Spur verfolgt: Am Wochenende wurde in den Keller eines landwirtschaftlichen Wohnhauses unweit des Tatorts eingebrochen. Aus einer darin abgestellten Kühltruhe könnten möglicherweise Lebensmittel gestohlen worden sein, so Polizeisprecher Haas; seither wird im Umkreis verstärkt durchsucht. Ob sich aus dem Einbruch weitere Hinweise auf den Verbleib des 66-Jährigen ergeben werden, ist noch unklar, so die Polizei - im Umkreis wird jetzt wieder verstärkt gesucht.

Der gesuchte Täter
Polizei
Der gesuchte Mann

„Die Witterung hilft uns“

Der gesuchte 66-Jährige hatte am 29. Oktober mit einem Gewehr das Feuer auf seine Nachbarn eröffnet: Eine 55 Jahre alte Frau und ein 64-jähriger Mann starben, eine weitere Anrainerin wollte fliehen und wurde schwer verletzt, sie ist außer Lebensgefahr - mehr dazu in Zwei Menschen in Stiwoll erschossen.

Seither ist der mutmaßliche Schütze auf der Flucht: „Die Witterung hilft uns nun, denn sie spielt eine große Rolle“, so Haas. In der Nacht auf Montag hatte Regen eingesetzt und die Temperaturen fielen deutlich - bisher war das Wetter relativ mild gewesen. Die feuchte Kälte dürfte dem flüchtigen Verdächtigen mehr zu schaffen machen, hoffen die Ermittler.

Sonderkommission eingerichtet

Seit Samstag koordiniert die SoKo „Friedrich“ - benannt nach dem Vornamen des Gesuchten - Suche und Ermittlungen: Die Suche nach dem Verdächtigen läuft weiter intensiv, aber mit einer geänderten Strategie. Die Objekte und Personen, die auf der Gefährdungsliste der Polizei stehen, werden weiterhin intensiv überwacht - mehr dazu in SoKo „Friedrich“ sucht nach Verdächtigem.

Begräbnisse der Opfer

Am Samstag wurde eines der Opfer des mutmaßlichen Todesschützen, ein 64-jähriger Nachbar des Mannes, auf dem Friedhof von Stiwoll zu Grabe getragen. Die Verabschiedung wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen organisiert; Polizisten beschützten die Trauernden. Das zweite Opfer, eine 55-jährige Frau, soll am Dienstag beerdigt werden. In beiden Fällen war gebeten worden, von Blumengestecken oder Kränzen abzusehen und stattdessen an die Pfarrkirche Stiwoll bzw. für die örtliche Feuerwehr bzw. für den Musikverein zu spenden.

Polizeisprecher Jürgen Haas bestätigte indessen Medienberichte, wonach sich die Frau des gesuchten Verdächtigen in ärztliche Betreuung begeben hat.

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