Stiwoll: Suchhunde wieder im Einsatz

Mehr als drei Wochen nach dem Doppelmord in Stiwoll wird jetzt das Gebiet nochmals großräumig von Polizeihunden abgesucht - aus diesem Grund wurde eine österreichweite Übung hierherverlegt.

Profiler gehen davon aus, dass sich der gesuchte 66-Jährige noch in der Umgebung des Tatorts aufhält - mehr dazu in Profiler zu Stiwoll: Gesuchter im Nahbereich (10.11.2017).

Schwieriges Gelände

Das Gebiet rund um Stiwoll ist nicht leicht zu durchkämmen - es sind extrem steile Hänge, unzählige Hügel, Täler und Wälder, die die Polizisten nun zum zweiten Mal durchstreifen. Sieben Diensthunde aus ganz Österreich sind bis Mittwoch unterwegs, um wieder nach dem Flüchtigen zu suchen, sagt Wolfgang Hellinger von der Diensthundestaffel der steirischen Polizei.

„Wir wollen einfach alle Möglichkeiten ausschöpfen und nichts unversucht lassen. Diese Hunde sind ausgebildete Leichen- und Blutspürhunde, und wir wollen sichergehen, dass wir die Bereiche, die wir ja bereits einmal abgesucht haben, erneut durchsuchen - es könnte sich in der Zwischenzeit ja noch etwas ergeben haben“, so Hellinger.

Die Hunde streifen mit ihren Führern durch das Gelände, was einem gewöhnlichen Auslauf ähnelt. Wittert der Vierbeiner jedoch Verwesungsgeruch, beginne die „intensive Suche“ - der Experte nennt es im Fachjargon: „Der Hund hängt sich am Geruch ein.“ Diese Feinsuche können die Hunde etwa 20 Minuten aufrechterhalten, danach ist eine Pause nötig.

Der Doppelmord von Stiwoll

Insgesamt sollen die Diensthundeführer mehrere Stunden pro Tag durch die Wälder um Stiwoll gehen und nach dem mutmaßlichen Schützen suchen. Sie werden dabei von weiteren Polizisten sowie von ihrer kompletten Ausrüstung geschützt, denn der Täter gilt immer noch als bewaffnet und gefährlich, so Hellinger: „Wir haben Teams zusammengestellt - jeweils aus zwei Hundeführern plus ein oder zwei Beamte aus den umliegenden Bezirken. Wir müssen nach wie vor von einer gefährlichen Lage ausgehen, und dementsprechend ist auch auf eine Eigensicherung zu achten.“

Polizeihunde in Stiwoll im Einsatz
APA/Erwin Scheriau

GPS zeichnet Suchrouten auf

Die österreichische Exekutive verfügt über insgesamt 13 dieser speziell ausgebildeten Leichen- und Blutspursuchhunde - sieben von ihnen helfen im Großraum Stiwoll bei der Suche nach dem mutmaßlichen Doppelmörder. Das Gelände wurde dafür in Sektoren eingeteilt, und die Routen werden mit GPS aufgezeichnet, so Hellinger - so kann ausgeschlossen werden, dass bestimmte Areale ausgelassen werden.

Am vergangenen Wochenende wurde in der Umgebung von Stiwoll erstmals wieder eine Jagd durchgeführt - mehr dazu in In Stiwoll darf wieder gejagt werden. Zudem zog das Kriseninterventionsteam eine erste Bilanz über die Arbeit mit der Bevölkerung der Gemeinde - mehr dazu in Stiwoll: Krisenintervention zieht Bilanz

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