Snobe will an „Aktion 20.000“ festhalten

Der österreichische AMS-Chef Johannes Kopf spricht sich für eine Kürzung der „Aktion 20.000“ aus - diese läuft erst seit Juli und soll 20.000 neue Jobs schaffen. AMS-Steiermark-Chef Karl-Heinz Snobe plädiert für die Beibehaltung.

780 Millionen Euro Förderung sollen von Juli 2017 bis Mitte 2019 in die „Aktion 20.000“ fließen: Damit sollen österreichweit 20.000 neue Jobs für Langzeitarbeitslose im Alter von über 50 Jahren geschaffen werden. AMS-Österreich-Chef Johannes Kopf kann sich nun vorstellen, die Aktion aufgrund der gut laufenden Wirtschaftsentwicklung drastisch zu kürzen - mehr dazu in AMS-Chef für Kürzung (news.ORF.at).

Snobe befürchtet fatale Auswirkungen

Im Juli begann die „Aktion 20.000“ in der Steiermark in den Modellregionen Voitsberg und Deutschlandsberg - mehr dazu in „Aktion 20.000“ angelaufen (26.7.2017). Bisher fanden rund 220 Langzeitarbeitslose einen Job - dies sei eine sehr gute Erfolgsbilanz, meint der steirische AMS-Chef Karl-Heinz Snobe.

Aktion 20.000
ORF
Erst im Juli 2017 startete die Aktion 20.000, jetzt könnte sie schon reduziert werden

Der steirische Geschäftsführer spricht sich daher klar gegen eine Kürzung aus, da diese fatale Auswirkungen haben könnte: „Wenn die Aktion wirklich eingestellt oder massiv gekürzt wird, dann muss man feststellen, dass für die Personengruppe über 50 Jahre und mehr als ein Jahr ohne Job, die Chancen auf eine Arbeit drastisch reduziert werden.“

Jobs in Vereinen und Gemeinden

Das Argument von Johannes Kopf, dass diese geförderten Personen Jobs am freien Markt verdrängen, könne Snobe nicht nachvollziehen: Es würden in Gemeinden oder Vereinen extra zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Hintergrund dieser Kürzungspläne könnte sein, dass viele Bundesländer fürchten, nicht die nötige Anzahl an Arbeitsplätzen schaffen zu können. „Wir werden in der Steiermark etwa zehn Prozent dieser 20.000 als Anteil bekommen - das sind rund 2.100 Personen. Wir schätzen das so ein, dass es schaffbar ist, einfach wird es aber nicht. Bei anderen Bundesländern weiß ich, dass sie nicht glauben, es zu schaffen“, erklärt Snobe.

Kopf auch gegen Beschäftigungsbonus

In der Steiermark werde man jedenfalls im nächsten Jahr wie bisher weitermachen, man habe ja bereits 60 Millionen Euro Förderung bekommen. Der AMS-Österreich-Chef schlägt außerdem vor, den Beschäftigungsbonus stoppen - dabei bekommen Firmen, die zusätzliche Jobs schaffen, drei Jahre lang die Hälfte der Lohnnebenkosten für diese neuen Stellen.

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