Stiwoll: Keine Spur vom mutmaßlichen Mörder

Wo ist der mutmaßliche Doppelmörder von Stiwoll? Trotz intensiver Fahndung bleibt der gesuchte 66-Jährige spurlos verschwunden. Am Donnerstag musste die Polizei eingestehen, keine Hinweise zu haben, wo sich der Mann befindet.

Der Doppelmord von Stiwoll

Vor einem Monat wurden in Stiwoll zwei Menschen im Zuge eines Nachbarschaftsstreites erschossen, eine weitere Person erlitt schwere Verletzungen - mehr dazu in Zwei Menschen in Stiwoll erschossen (29.10.2017); seither wird nach dem mutmaßlichen Täter - einem 66-jährigen Nachbarn - gefahndet.

„Alle Maßnahmen ausgeschöpft“

Dabei bot die Polizei personell und technisch alles auf, was zur Verfügung steht - Wärmebildkameras, Spürhunde, Hubschrauber und eine Drohne einer privaten Firma, die österreichweit so überhaupt das erste Mal eingesetzt wurde.

Mehr als 260 Hinweise arbeitete die eigens gegründete Soko Friedrich ab, dutzende Einbrüche in der Umgebung wurden untersucht, ob sie im Zusammenhang mit dem Gesuchten stehen könnten - dennoch gibt es keine einzige wirkliche Spur zu dem Gesuchten, wie Soko-Leiter Rene Kornberger von der Landespolizeidirektion am Donnerstag einräumen musste: „Aus unserer Sicht haben wir alles Menschenmögliche getan, wir schöpften alle Maßnahmen, die im Sinne der Strafprozessordnung möglich sind, aus - und wir haben keine Hinweise, wo die Person ist.“

Ist er noch in der Nähe, hat er sich ins Ausland abgesetzt, hatte er dabei möglicherweise Helfer? Nachbarstaaten sind in die Fahndung eingebunden, eine Spur nach Polen bestätigte sich nicht - es ist nicht einmal klar, ob der Mann überhaupt noch lebt: „Umso länger die Zeitspanne zwischen der Flucht ist, umso höher ist natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Person einen Unfall gehabt hat oder verstorben ist“, so Kornberger.

Konzept und Strategie wird umkonstruiert

Die Fluchtroute konnte bis ins Detail rekonstruiert werden - das Fluchtauto wurde ja nach der Tat in einem Wald nahe des Tatorts gefunden, und genau am Abstellort des Fahrzeuges verliert sich die Spur des Gesuchten. Das Einsatzkonzept wird laut Rene Kornberger jetzt umstrukturiert - wie, das will und kann der Soko-Leiter aus kriminaltaktischen Gründen freilich nicht verraten. Es wird allerdings weiter intensiv ermittelt: „Es gibt keinen Stop, wir werden auch über die Weihnachtsfeiertage weiter ermitteln.“

Gerüchte, wonach der Gesuchte über ein beträchtliches Privatvermögen verfügen und ein größerer Geldbetrag aus seinem Haus verschwunden sein soll, kann die Polizei nicht bestätigen; allerdings hatte der 66-Jährige einige Immobilien, die laut Rene Kornberger aber auf seine Kinder überschrieben wurden.

Hinweise sofort melden

Personen, die vom Gesuchten bedroht wurden und als gefährdet gelten, werden von der Polizei weiterhin geschützt, wenn sie das wünschen. Die Polizei appelliert auch an die Bevölkerung, mögliche Hinweise sofort zu melden - auch über den Polizeinotruf - und nicht abzuwarten: Viele würden erst Tage später eingehen, was die Arbeit erschwere, hieß es am Donnerstag von der Polizei.

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