Debatte um Rauchverbot: Wirte wollen Klarheit

Die Koalitionsverhandlungen haben die Rauchverbotsdebatte neu entfacht: Die FPÖ will das ab Mai 2018 gültige Rauchverbot in Lokalen wieder kippen. Steirische Wirte fordern endlich Klarheit, Suchtexperten warnen vor einem Rückschritt.

Ab Mai 2018 sollten eigentlich per Gesetz alle Lokale rauchfrei sein, doch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache - selbst Raucher - will in den Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP das Verbot kippen. Es wäre die Umsetzung eines zentralen Wahlversprechens der Freiheitlichen; Donnerstagabend protestierte Strache in Wien auch gemeinsam mit dutzenden Wirten gegen das generelle Rauchverbot.

Steirische Wirte wollen Rechtssicherheit

Rauchverbot im Lokal oder nicht - die steirischen Wirte seien in dieser Frage gespalten, so deren Obmann Klaus Friedl, die Hälfte sei dafür, die Hälfte dagegen. Friedl ärgert sich über „das ewige Hin und Her“ und fordert Klarheit: „Wir wollen etwas Geregeltes haben, wir wollen eine Rechtssicherheit, wo wir aufbauen können, wo wir in Zukunft dann sagen können, so können wir unsere Betriebe beraten.“

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In der Steiermark gibt es etwa 6.500 Gastronomiebetriebe, wie viele davon schon ein Rauchverbot eingeführt haben, lässt sich laut Friedl nicht abschätzen. Er selbst betreibt die Kantine im Grazer Finanzamt seit Jahren rauchfrei.

Suchtexperten warnen vor Rückschritt

Laut Statistik Austria greift jeder vierte Österreicher täglich zur Zigarette. Tabak sei eine große Gefahr für die Gesundheit, sagt Waltraud Posch von Vivid, der Fachstelle für Suchtprävention - Qualmen in Lokalen sollte deshalb verboten werden: „Es ist einerseits besser für die Gastronomiebediensteten, da weiß man sehr gut, dass sich ihre Gesundheit verbessert. Es ist gut für die Gäste, für die Wirte, und es kommt auch der Prävention entgegen, denn Nichtrauchen im Lokal verändert die Norm.“

Für Suchtexpertin Waltraud Posch greift die jetzige Regelung zu wenig: „Ein Rauchverbot würde auch den Ex-Rauchern helfen, dieser Anteil ist mit knapp 25 Prozent sehr hoch in Österreich. Das Rauchverbot zu kippen, wäre ein enormer Rückschritt.“

Koalitionsverhandler Drexler hält an Rauchverbot fest

In 17 von 28 EU-Ländern gibt es bereits ein generelles Rauchverbot, Österreich soll im Mai Land Nummer 18 werden. Der steirische Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP), der die schwarz-blaue Koalition mitverhandelt, sagt, es gebe noch keine Einigung in dieser Causa, hält selbst aber am geplanten Rauchverbot fest.

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