Kampus: „‚Aktion 20.000‘ muss bleiben“

Die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück, auch bei den über 50 Jahre alten Langzeitarbeitslosen. Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ) beharrt daher auf dem bundesweiten Start der „Aktion 20.000“.

Insgesamt waren mit Ende November 404.699 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) vorgemerkt, in der Steiermark waren es 35.576. Damit habe sich der Rückgang weiter beschleunigt, teilte das Sozialministerium am Freitag in einer Aussendung mit. Die Arbeitslosenrate nach nationaler Definition sank um 0,8 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent - mehr dazu in Arbeitslosigkeit geht weiter zurück (news.ORF.at).

Arbeitslosenzahlen November
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/AMS

Mit 3,5 Prozent gab es dagegen im November in der Steiermark bei den über 50 Jahre alten Langzeitarbeitslosen nur einen leichteren Rückgang.

„Arbeit für Menschen, die sonst keine Chance haben“

Die „Aktion 20.000“ ist eine Beschäftigungsinitiative für ältere Langzeitarbeitslose, die im Juli in ausgesuchten Modellregionen gestartet wurde, in der Steiermark etwa in den Bezirken Voitsberg und Deutschlandsberg - mehr dazu in Aktion 20.000 für ältere Arbeitslose angelaufen (26.7.2017).

221 über 50-jährige Langzeitarbeitslose sind seither wieder in Beschäftigung - der Erfolg dieser Aktion sei auch aus den Arbeitslosenzahlen herauszulesen, so Kampus: „Wenn man jetzt noch einen Beweis braucht, warum es Sinn macht, die ‚Aktion 20.000‘ weiterlaufen zu lassen, dann haben wir ihn jetzt: Wir haben im Bezirk Voitsberg fast 50 Prozent Minus an Arbeitslosen, die über 50 sind und länger als ein Jahr arbeitslos sind, in Deutschlandsberg sind es minus 25 Prozent - und auch da liegt man deutlich über dem sonstigen Schnitt in der Steiermark. Da werden neue, zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen für Menschen, die sonst schlicht keine Chance mehr am Arbeitsmarkt hätten.“

Soll am 1. Jänner österreichweit starten

Aufgrund der guten Wirtschaftslage kann sich AMS-Chef Johannes Kopf nun vorstellen, die Aktion - in die 780 Millionen Euro an Förderung fließen - einzustellen, bevor sie am 1. Jänner 2018 österreichweit starten soll. Nachdem bereits der steirische AMS-Chef Karl Heinz Snobe Kritik übte und fatale Auswirkungen befürchtet - mehr dazu in Snobe will an „Aktion 20.000“ festhalten (23.11.2017) -, stößt nun auch die Soziallandesrätin in dasselbe Horn: Kampus fordert von der künftigen Bundesregierung, die „Aktion 20.000“ nicht einzustellen. Sollten andere Bundesländer Probleme haben, ausreichend Arbeitsplätze zu schaffen, stehe das Land Steiermark gerne zur Verfügung und würd diese Plätze schaffen.

Link:

Werbung X