Vordernberg: Drei Schubhäftlinge geflohen

In der Nacht auf Dienstag sind aus dem Anhaltezentrum Vordernberg drei Häftlinge geflohen. Zwei konnten rasch wieder festgenommen werden, einer ist noch auf der Flucht. Es handelt sich nicht um den ersten derartigen Vorfall heuer.

Die Schubhäftlinge - zwei 20-jährige sowie ein 25-jähriger Afghane - bauten in der Nacht auf Dienstag eine etwa 100 Kilogramm schwere Scheibe aus und flüchteten dann aus dem Wohnbereich; zum Zeitpunkt der Flucht herrschte in Vordernberg starker Schneefall und Sturm.

Vordernberg
ORF

Zwei der Häftlinge - ein 20-Jähriger und der 25-Jährige - wurden nach kurzer Zeit wieder erwischt, der dritte Afghane ist nach wie vor flüchtig - die Fahndung läuft auf Hochtouren.

Unruhe in der Bevölkerung

Laut Polizei gab es heuer bereits fünf derartige Vorfälle, weshalb in der Bevölkerung auch Unruhe herrsche, wie es aus Vordernberg heißt. Nach einem Fluchtversuch Anfang November wandten sich deshalb die Bürgermeister der Region an die Polizei, sagt Walter Hubner, Bürgermeister von Vordernberg: „Diesen Fluchtversuch habe ich zum Anlass genommen, auch im Namen meiner Bürgermeisterkollegen der Gemeinden Eisenerz und Trofaiach ein dementsprechendes Schreiben abzusetzen, wo wir die Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen forderten. Ich hab’ eine Antwort bekommen, dass diese Verbesserung in Form von zusätzlichen Stacheldrahtrollen beim Außenzaun zeitnah erfolgen wird.“ Laut Hubner seien diese Arbeiten bereits ausgeschrieben und würden demnächst erledigt werden.

Unzufriedenheit bei der Polizei

Unzufrieden mit der Situation im Anhaltezentrum sei aber auch die Polizei, so Polizeigewerkschafter Eduard Tschernko - durch die aussichtslose Situation vieler Insassen sei der Aggressionslevel hoch: „Ja, das ist derzeit nicht sehr zufriedenstellend, weil wir in Vordernberg Stammpersonal von 53 Kollegen haben und auf jeden Fall mehr Personal benötigen würden, weil durch die Aggressivität der Insassen ist es immer schwierig, für die Kollegen einzuschreiten. Wir hatten in den letzten Monaten auch schon sehr viele verletzte Kollegen zu verzeichnen.“ Erst im vergangenen Sommer wurden im Anhaltezentrum Vordernberg bei einer Auseinandersetzung mit Schubhäftlingen gleich fünf Polizisten teils schwer verletzt - mehr dazu in Beamte in Vordernberg verletzt: „Ausnahmefall“ (24.8.2017).

Ein zusätzliches Problem würde sich durch die vielen unterschiedlichen Herkunftsländer der Insassen ergeben, was immer wieder zu Spannungen untereinander führe. Außerdem seien jeden Tag einige Polizisten unterwegs, um Schubhäftlinge aus anderen Bundesländern zu holen oder sie zu Arztterminen zu begleiten; auch die umliegenden Polizeidienststellen seien durch die andauernde Einteilung von Kollegen weg von der Dienststelle und hin ins Anhaltezentrum belastet, heißt es von Tschernko.

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