Einbrüche: Licht soll Graz sicherer machen

Um Einbrüchen und anderen Straftaten in der dunklen Jahreszeit vorzubeugen, wollen die Grazer Politik und Polizei die Menschen sensibilisieren - Licht steht dabei als eines der effektivsten Mittel zum Schutz im Mittelpunkt.

Einbrecher
APA/ Andreas Gebert

Die Zahl der Einbrüche in Graz geht zurück: Während im „Spitzenjahr“ 2009 742 derartige Delikte verzeichnet worden waren, sank die Anzahl bis 2016 auf rund 500 - heuer liegt sie um rund zehn Prozent deutlich darunter. Zwischen Oktober und Februar allerdings steigt die Anzahl an „Dämmerungseinbrüchen“ generell um zwei Drittel an.

Von Licht und wachsamen Nachbarn als besten Schutz vor Einbrechern ist man bei der Polizei überzeugt: Die Täter seien meist in Banden organisiert; ihre Beute wollen sie unauffällig stehlen, ohne dabei überrascht zu werden, schildert Stadtpolizeikommandant Kurt Kemeter: „Die Sicherheit mit Licht zu verbinden, ist gerade am Wohneinbruchssektor sehr wichtig. Denn wenn hier Licht aus den Fenstern, der Wohnung scheint, dann ist davon auszugehen, dass hier jemand anwesend ist“ - und das schreckt ab.

Einbrüche zurückgegangen

In den vergangenen acht Jahren ist die Zahl der Einbrüche in Graz um mehr als 30 Prozent zurückgegangen - und das, obwohl in diesem Zeitraum mehr als 25.000 neue Wohnungen hinzugekommen sind. Unter anderem sind Zeitschaltuhren eine gute Möglichkeit, um Einbrüche zu verhindern. Sie schalten das Licht an- und aus, während niemand zu Hause ist. 1.000 Stück davon stellt die Stadt jetzt für Mieter von Gemeindewohnungen zur Verfügung.

Polizei-Sicherheitskoordinator Manuel Leitner, Bürgermeister-Stellvertreter Mario Eustacchio, Bürgermeister Siegfried Nagl und Stadtpolizeikommandant Kurt Kemeter (v. l.).
Stadt Graz/Fischer
Polizei-Sicherheitskoordinator Manuel Leitner, Bürgermeister-Stellvertreter Mario Eustacchio, Bürgermeister Siegfried Nagl und Stadtpolizeikommandant Kurt Kemeter (v. l.)

Der Sicherheitskoordinator der Grazer Polizei, Manuel Leitner, unterstreicht: „Nicht jeder kann sich eine Alarmanlage leisten, jedoch leistet auch eine einfache Zeitschaltuhr wertvolle Dienste, indem sie Anwesenheit simuliert und auf Täter abschreckend wirkt. Die Hinweise und Beobachtungen der Anrainer sind für uns enorm wichtig und helfen uns bei der raschen Aufklärungsarbeit."

Konzept soll „Angsträume“ verhindern

Außerdem will man künftig nicht nur im städtischen Wohnbau darauf achten, dass Licht gezielt eingesetzt wird, um Ängste der Menschen zu vertreiben, schildert Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP): „Das subjektive Empfinden der Menschen im Licht ist einfach besser. Deswegen werden wir in den nächsten Jahren in den Parkanlagen und auch im öffentlichen Raum ein Konzept starten, wo wir digitalisiert noch bessere Beleuchtungskörper haben, die uns helfen, diese Angsträume zu verhindern.“

Mehr Informationen rund um das Thema Sicherheit erhalten Interessierte im Sicherheitsinformationzentrum Graz (SINFO) im Gebäude der Feuerwehr am Grazer Lendplatz. Beratungen finden etwa am 12., 19. Dezember sowie 9. Jänner von 15.00 bis 17.00 Uhr statt.

Bei einem Pilotprojekt im Grazer Volksgarten etwa werden derzeit modernste Leuchten getestet, die auf Rufe, auffällige Bewegungen und große Menschenansammlungen reagieren und heller werden. Außerdem sind sie von der Polizei steuerbar, was dazu beitragen soll, dass künftig noch mehr Strafbares ans Licht kommt. Bürgermeister-Stellvertreter Mario Eustacchio (FPÖ) berichtete zudem von den Erfolgen, die der Einsatz von Überwachungskameras in den Öffentlichen Verkehrsmitteln gebracht haben.

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