Fehlende Hauspflegekräfte: Wartezeiten möglich

In den Weihnachtsferien zeigt sich der Mangel an Pflegekräften in der Steiermark besonders deutlich: Kurzfristig benötigte Hauskrankenpflege kann nicht immer gewährleistet werden - Wartezeiten sind nicht ausgeschlossen.

Bis 7. Jänner ist auch die Volkshilfe Steiermark im Weihnachtsurlaub, so Geschäftsführerin Brigitte Schafarik: „Wenn Sie uns anrufen, kann es sein, dass Sie in einzelnen Bezirken auf den Anrufbeantworter kommen. Der wird aber regelmäßig abgehört und wir rufen zurück.“

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Vor Weihnachten wurden besonders viele Menschen in die häusliche Pflege entlassen

„Es war diesmal echt knapp“

Allerdings habe man in Leoben derzeit einen Aufnahmestopp für Kunden verhängt „und ansonsten ist uns aufgefallen, dass vor Weihnachten viel mehr Menschen als sonst in die häusliche Pflege entlassen worden sind. Es ist uns möglich gewesen, alle zu betreuen, aber es war diesmal echt knapp“, so Schafarik.

Denn knapp sei auch das Personal, heißt es von weiteren Trägerorganisationen wie dem Roten Kreuz. Eng werde es vor allem dann, wenn das Personal selbst erkranke, so Johanna Reinisch, Landespflegedienstleiterin beim Roten Kreuz: „Natürlich kann es Krankenstände geben. Dann wird das Personal zusammengezogen, eventuell werden auch Personen aus ihren freien Tagen in den Dienst geholt. Das ist aber eher die Ausnahme. Man versucht die Patienten dann auf das bestehende Personal aufzuteilen.“

Bemüht, alle Patienten zu versorgen

In manchen kurzfristigen Fällen müssten Notlösungen getroffen werden: „Ich habe heute erst einen Anruf gehabt, wo es um die Entlassung eines Diabetikers geht, wo wir mit dem Krankenhaus vereinbart haben, dass die Tochter am Samstag da ist und am Sonntag und am Montag machen wir eine reguläre Aufnahme.“

Man sei aber jedenfalls bemüht, alle Patienten zu versorgen, heißt es auch von Caritas und Hilfswerk Steiermark: „Über die Feiertage nehmen wir nur die wichtigsten pflegerischen Aufgaben wahr und können nicht alle Dienstleistungen wie sonst gewohnt komplett durchführen. Einfach, weil immer mehr Pflegefälle in unserer Gesellschaft vorhanden sind und Pflegepersonal Mangelware ist“, so Gerald Mussnig, Geschäftsführer des Hilfswerk Steiermark.

Initiative für 470 neue Pflegekräfte

Eine vor Weihnachten gegründete Pflegestiftung von AMS, Land Steiermark und Pflegeheimbetreibern soll ab dem kommenden Jahr 470 Menschen zu Pflegeassistenten oder Heimhilfen ausbilden.

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