Oststeiermark kämpft gegen Frauenabwanderung

Immer mehr junge Menschen, die auf dem Land leben, entscheiden sich, in Ballungszentren wie Graz und Wien abzuwandern. Das trifft vor allem auf junge Frauen zu. In der Oststeiermark kämpft man nun mit Projekten dagegen an.

Die meisten jungen Menschen, die sich entschieden haben abzuwandern, geben als Grund bessere Bildungschancen in den größeren Städten an. Obwohl die Bevölkerung gerade in der Oststeiermark wächst, kämpft man damit, dass vor allem junge Frauen zwischen 20 und 30 Jahren abwandern. Mit mehreren Projekten will die Landesregierung nun gegensteuern.

Frauen lassen sich von Angebot in Metropolen locken

In den vergangenen zehn Jahren zogen Menschen aller Altersgruppen in die Oststeiermark - mit einer Ausnahme: In der Gruppe der 20- bis 30-Jährigen wanderten mehr Menschen aus den Bezirken Weiz und Hartberg-Fürstenfeld ab, als zuzogen, sagt Julia Muhr von der Regionalentwicklung Oststeiermark.

1.100 junge Erwachsene hätten in den vergangenen zehn Jahren ihrer Heimat den Rücken gekehrt. Das gilt vor allem für junge Frauen: Sie verließen ihre Heimatgemeinde, weil sie sich weiterbilden möchten oder Jobs wahrnähmen, die es in der Oststeiermark nicht gebe, so Muhr; aber auch der Freizeitaspekt, das kulturelle Angebot und die flexibleren Kinderbetreuungseinrichtungen in den Metropolen seien Magneten.

Es gebe zwar auch in der Oststeiermark Jobs für Akademikerinnen, Fachkräfte mit Lehrabschluss seien aber gefragter, sagt Muhr - und wer einmal weggezogen sei, kehre nicht so schnell wieder zurück.

Junge Menschen besser einbinden

Um junge Erwachsene in der Region zu halten, könnte man sie besser ins soziale Gefüge in den Gemeinden einbinden, schlägt Muhr vor, auch eine Fachhochschule in der Oststeiermark wäre aus der Sicht der Regionalentwicklerin ein Vorteil.

Die Landesregierung will der Landflucht junger Frauen mit mehreren Projekten entgegenwirken: Im Rahmen des neuen Regionalentwicklungsgesetzes gebe es steiermarkweit 12,5 Millionen Euro für entsprechende Impulsprojekte, heißt es aus dem Büro des für Regionalentwicklung zuständigen Landeshauptmann-Stellvertreters Michael Schickhofer (SPÖ) - mehr dazu in Mehr Geld für die steirischen Regionen. Für Projekte, die die Lebensumstände von Frauen in den Regionen verbessern, stünden insgesamt eine Million Euro zur Verfügung, heißt es.

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