SFL-Geschäftsführung kämpft um ELI-Projekt

Nach der Annahme des Sanierungsplans ist man bei der insolventen SFL Technologies optmistisch: Mitarbeiter sollen aufgenommen und der Notverkauf des prestigeträchtigen Elektro-Auto-Projekts ELI verhindert werden.

Mit der Einleitung des Insolvenzverfahrens musste der Personalstand bei SFL Technologies von 186 auf 41 reduziert und Aufträge durften nicht mehr angenommen werden. Bei der Akquise ist währenddessen aber ein Schwesterunternehmen in die Bresche gesprungen, so SFL-Eigentümer Johann Höllwart.

Er verrät: „Wir haben vor zwei Tagen einen Großauftrag in der Größenordnung von 16 Millionen Euro für die Errichtung der Fassade des Bahnhofes Karlsruhe ins Unternehmen bringen können. Und andere Aufträge auch, so kleinerer Natur, zwei bis drei Millionen.“ Diese Aufträge sollen jetzt über die SFL Technologies abgearbeitet werden, auch rund 40 beim Schwesterunternehmen in der Zwischenzeit „geparkten“ Mitarbeiter sollen zurückkehren.

Kooperation angedacht

Neben den neuen Aufträgen soll das Prestigeprojekt ELI im Unternehmen gehalten werden. Die Kreditschützer gehen davon aus, dass die Entwicklung des elektrischen Nutzfahrzeuges verkauft werden muss, um die im Sanierungsplan vereinbarten Zahlungen zu bewältigen.

"ELI"
ORF

Johann Höllwarth will stattdessen aber auf eine Kooperation setzen. Die bereits seit einem Jahr laufenden Verhandlungen mit einem deutschen Maschinenbau-Konzern werden schon in der nächsten Woche wieder aufgenommen: „Mit der Annahme des Sanierungsplans ist es wieder viel wahrscheinlicher, dass wir diesen Partner dazugewinnen werden, um die ELI in die Serie weiterentwickeln zu können.“

Steirischer Kern

Die ELI ist neben dem X-Bow von KTM das einzige zur Gänze in Österreich gebaute Auto. Wenn alles klappt, könnte in einem Jahr die zweite Ausbaustufe auf den Markt kommen: „Es sollte bis Ende des Jahres so weit sein, dass Kinderkrankheiten ausgemerzt sind und wir in Serie gehen können: P2 sollte im Jänner 2019 starten.“ Ein Fahrzeug, das möglicherweise zwar mit einem deutschen Konzern gebaut wird, im Kern aber österreichisch - noch dazu steirisch - bleibt.

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