Rotes Kreuz findet nicht genügend Zivildiener

Wegen geburtenschwacher Jahrgänge und einem attraktiver werdenden Bundesheer fehlen dem steirischen Roten Kreuz beim Einrückungstermin im April bereits 70 Zivildiener - eine Lücke im Rettungs- und Krankentransportdienst.

Im April werden um 40 Zivildiener weniger zum steirischen Roten Kreuz kommen als benötigt - damit setzt sich laut Landesgeschäftsführer Andreas Jaklitsch ein negativer Trend fort: „Beim letzten Einrückungstermin im Februar haben schon 30 Personen im Vergleich zu den Vorjahren gefehlt - und die fehlen uns natürlich nicht nur im Monat Februar, sondern in der gesamten Zeit ihres Dienstes. Wenn man jetzt die 30 mit den 40 addiert, dann fehlen uns ab April 70 Personen in Summe.“

Zivildiener, Rotes Kreuz
APA/Hans Klaus Techt
70 Zivildiener fehlen dem Roten Kreuz ab April

Als Hauptursache sieht Jaklitsch die geburtenschwachen Jahrgänge, doch auch die wieder zunehmende Attraktivität des Wehrdienstes bereitet dem Zivildienst Konkurrenz: „Hier haben Gespräche mit dem Bundesheer stattgefunden. Sie bestätigen, dass beim Verhältnis Grundwehrdiener/Zivildiener das Verhältnis hin zum Grundwehrdiener etwas steigt, aber nur ganz klein. Es ist wirklich die fehlende Grundgesamtheit, die einfach kleiner geworden ist. Das ist jetzt das erste Jahr, wo das wirklich spürbar ist, und das ist in ganz Österreich so.“

„Wertvolle Tätigkeit und nicht nur Pflicht“

Freiwillige sollen dabei helfen, die Lücke zu verkleinern. Weil diese aber vorwiegend nur abends und am Wochenende verfügbar sind, müssen auch neue hauptamtliche Mitarbeiter für den Rettungs- und Krankendienst eingestellt werden - und das kommt natürlich teurer als Zivildiener.

Mit verstärkter Werbung - vor allem in den Sozialen Medien - will das Rote Kreuz nun wieder mehr Zivildiener anlocken, so Jaklitsch: „Es ist nach wie vor ein wichtiges Thema: Man erlernt dort einen Beruf, sehr viele Dinge im sozialen Bereich. Ich glaube, es ist eine wertvolle Tätigkeit und nicht nur eine Pflicht.“ So hofft man beim Roten Kreuz, dass sich bei den nächsten Einrückungsterminen im August und Oktober wieder mehr junge Männer für den Zivildienst entscheiden werden.

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