Teurere Öffi-Tickets stoßen auf Kritik im Landtag

Im Landtag hat die KPÖ am Dienstag kritisiert, dass der Verkehrsverbund die Ticketpreise automatisch jedes Jahr anheben darf - und fordert eine Änderung. Verkehrslandesrat Anton Lang (SPÖ) verteidigt die Preiserhöhungen.

Jedes Jahr kann die Vereinigung der Verkehrsverbünde in der Steiermark ihre Ticketpreise um das 1,75-fache der Inflationsrate anheben für Pendler und alle, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind, bringe diese Regelung laut KPÖ eine unzumutbare finanzielle Mehrbelastung.

Die Klubobfrau der KPÖ im Landtag, Claudia Klimt-Weithaler, kritisiert: „Da gibt es ganz krasse Beispiele aus den Jahren 2013 und 2014: Da war die Inflation relativ hoch, und da gab es dann aufgrund dieser Regelung die Tatsache, dass ein Preisanstieg von zehn Prozent in zwei Jahren möglich war. Das halten wir für einen Wahnsinn, noch dazu in Zeiten des Klimawandels: Man muss die Leute dazu bewegen, auf die Öffis umzusteigen, aber es muss auch leistbar sein.“

Lang verteidigt Preiserhöhungen

Mit 1. Juli drohe die nächste Erhöhung, so Klimt-Weithaler. Die KPÖ fordert daher von Verkehrslandesrat Anton Lang (SPÖ), dass der Vertreter des Landes im Lenkungsausschuss der Verkehrsverbünde gegen die nächste automatische Erhöhung stimmt.

Straßenbahn Graz
ORF.at/Winkler
Um zehn Cent pro Ticket werden die Öffis teurer - eine Stundenkarte kostet künftig also 2,40 Euro

Landesrat Lang lehnt das jedoch ab - und verteidigt die Ticketpreiserhöhung, „weil diese moderaten Tarifsteigerungen ja wieder dem Fahrgast zugute kommen - in Form von besserer Qualität der Verkehrsmittel, einer besseren Vertaktung. Das heißt, wir geben eigentlich mehr zurück in den öffentlichen Verkehr, als wir mit den Steigerungen einnehmen. Grundsätzlich wird es ohne Steigerungen, so wie die KPÖ das fordert, nicht gehen in der Steiermark.“

Öffis als noch immer günstigere Alternative

Zudem sei es viel günstiger, mit Zug oder Bus als mit dem Auto zu fahren, so Lang: Nimmt man das amtliche Kilometergeld als Maßstab, sei es fünf Mal teurer, mit dem Auto von Bruck nach Graz zu pendeln, als mit einer Wochenkarte.

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