Krebsbehandlung: Kritik von Landesrechnungshof

Der Landesrechnungshof hat die Situation von Krebs-Patienten in den steirischen Spitälern unter die Lupe genommen - und er kritisiert vor allem zu lange Wartezeiten wegen fehlender Fachärzte sowie eklatante Raumknappheit.

Von einem ernüchternden Ergebnis spricht man beim Landesrechnungshof: So sei es in allen überprüften medizinischen Organisationseinheiten immer wieder zu langen Wartezeiten gekommen - eine Situation, die als „bedenklich“ eingestuft wird. Neben zu wenig ärztlichem Personal seien auf einigen Stationen auch zu wenige Betten vorhanden, oder es fehle ganz an der nötigen Infrastruktur.

48 statt drei Tage Wartezeit

Konkret wurden im Jahr 2016 mehr als 2.200 Onkologie-Patienten an der Universitätsklinik für Strahlentherapie-Radioonkologie behandelt, 75 Prozent davon mussten zum Teil aber eklatant lange Wartezeiten in Kauf nehmen: In einem akuten Fall - so zeigt es der Landesrechnungshof auf - habe es 48 Tage gedauert, bis mit der Behandlung begonnen wurde - eigentlich sollte eine solche Behandlung binnen drei Tagen begonnen werden.

Angesichts dieser Missstände ist es für die Prüfer des Landesrechnungshofes unverständlich, dass bei den zahlreichen Bauprojekten im Spitalsbereich keine Vorreihung für die Onkologie stattgefunden hat - immerhin ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in der Steiermark. Der Landesrechnungshof empfiehlt, dass die Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) eine ausreichende Anzahl von Ärzten für die Krebsbehandlung zur Verfügung stellt und die Ambulanzzeiten zumindest vorübergehend ausgeweitet werden.

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