Wenn der Rhythmus „flutschen“ muss

Schüttelreime haben großes Unterhaltungspotential. Nun reihte sich auch Georg Hartwig in die Riege der Schüttler ein, und brachte gemeinsam mit Bruder Gerald ein Büchlein mit derlei kuriosen und auch deftigen Versen heraus.

"Mistvieh"
Edition Brudertwist

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 18.12.2014

Eigentlich sei die Arbeit am Buch leicht gewesen, sagen Gerald und Georg Hartwig, denn die beiden Brüder sind im Alter nur eineinhalb Jahre auseinander, und sie besäßen einen gemeinsamen Untergrund für Humor, sagen sie.

„Dem Zuschauer den Boden wegziehen“

Georg Hartwig ist eigentlich Musiker und schreibt seit vielen Jahren Schüttelreime. Sie hätten ihn immer schon gereizt, sagt er: „Es geht darum, dass man quasi den Zuhörer oder Leser wohin lockt und ihm dann den Boden ein bisserl wegzieht, um in das geschüttelte Vakuum fallen zu können.“

Auf die Frage, ob Schüttelreime auch überarbeitet werden oder quasi aus dem Ärmel geschüttelt werden, meint er weiter: „Ich glaube, überarbeitet gehören sie immer. Dadurch, dass ich eigentlich aus der Musik komme, ist der Wortrhythmus und das lyrische Element sowieso das Tragende vom Schritt. Er muss einmal flutschen, und dann kann man immer noch die Kleinigkeiten verfeinern und schleifen.“

„Neue Ebene durch ausprobieren des Moments“

Die Zeichnungen stammen von Gerald Hartwig. Es sei ihm darum gegangen, eine neue Ebene einzuführen, nicht nur den Reim zu illustrieren, sagt er: „Das war die Herausforderung, weil es uns beiden als zu banal erschienen ist, wenn man sagt, ich mache jetzt genau den Moment, ich illustriere das, was der Schüttelreim vorgibt. Da werden dann keine Ebenen geöffnet, also war die logische Folge, dass man sagt, ich versuch einfach den Moment davor oder den Moment danach, oder etwas, das vielleicht überhaupt gar nichts damit zu tun hat, aber eine neue Ebene öffnet.“

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