Oma aus Schweden begeistert Leser

„Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid“ ist der Titel des neuen Romans von Frederik Bachman. Der erste Roman des schwedischen Autors wurde verfilmt, und auch dieser zweite Roman ist auf dem Weg zum Bestseller.

„Schneeflocken fallen wie nasse Fäustlinge an die Fensterscheibe“ - es ist wohl schwierig, ein Buch, in dem Sätze wie dieser stehen, nicht zu mögen. Fredrik Bachman erzählt in seinem neuen Roman die Geschichte der siebenjährigen Elsa und ihrer Oma. Elsa ist anders als die anderen Kinder, und deshalb wird sie in der Schule gnadenlos gemobbt; die Lehrer meinen nur, sie müsse sich eben mehr anpassen - aber zum Glück hat Elsa ihre Oma.

"Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid"
fischerverlag
„Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid“ von Fedrik Bachman (ISBN 978-3-8105-0481-4) ist im Fischerverlag erschienen und kostet 20,60 Euro

Oma besser als jede Armee

„Eine Oma zu haben ist, als hätte man eine ganze Armee“, schreibt Backman, und das gilt erst recht, wenn man diese Oma hat: unangepasst, chaotisch, unerschrocken. Sie entführt Elsa mit ihren Geschichten in eine Märchenwelt, in verwunschene Königreiche und in das Land-Fast-Noch-Wach.

Unkonventionell

Als Elsa eines Tages wieder von anderen Schülern verprügelt wird, lässt sich Oma etwas ganz Besonderes einfallen: Sie steigt mit ihr mitten in der Nacht in den Zoo ein und wird dabei von der Polizei erwischt. Davor hatte sich Oma heimlich aus dem Krankenhaus geschlichen - ihre Begründung: Sie wollte Elsa ablenken.

Auftrag per Brief

Es ist eine der letzten Aktionen der 77-Jährige - kurz darauf stirbt sie. Sie konnte Elsa aber noch einen Brief mitgeben, und diesen Auftrag: „Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid“. Und noch etwas hinterlässt die Großmutter dem Mädchen: „Versprich mir, dass du mich noch liebhast, wenn du erfährst, wer ich gewesen bin. Und versprich mir, auf das Schloss aufzupassen. Und auf deine Freunde.“ Ganz schön viel für eine Siebenjährige.

Auf Umwegen zum Schriftsteller

Fredrik Backman wurde über einige Umwege zum Schriftsteller: Er hat kurz Religionswissenschaften studiert, danach als Kraftfahrer, Restaurantaushilfskraft und Gabelstaplerfahrer gearbeitet; außerdem war er kurz Journalist, bis er 2012 seinen ersten Roman „Ein Mann namens Ove“ veröffentlicht hat, der mittlerweile auch verfilmt wurde.

Sendungshinweis:

„Guten Morgen Steiermark“, 9.8.2015

Hommage an Astrid Lindgren

Den Nachfolger dieses Bestsellers sieht der Backman als Hommage an Astrid Lindgren: Sie sei die erste und inspirierendste Autorin seines Lebens gewesen, schreibt er. Die Übung ist gelungen, denn wer Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter und Karlson vom Dach geliebt hat, wird von diesem Buch begeistert sein.

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