Zuckerwasser: Wunderfutter für die Bienen

Im August, wenn sich die Natur für uns Menschen in ihrer vollen Pracht und Üppigkeit präsentiert, wird es für die Honigbienen schon langsam eng - und so haben Imker bereits mit der Fütterung begonnen.

Die Wiesen und Felder erstrahlen in beeindruckender Weise, doch die steirischen Honigbienen müssen schon auf ihre Reserven zurückgreifen: Das Blühen ist vorbei, und in der Natur finden die Bienen zu wenig Futter, um sich selbst ausreichend zu versorgen.

Zuckerwasser für eine bessere Verdauung

ORF-Steiermark-Imker Johannes Wruss erklärt die Fütterung der Bienen: „Da wird Zuckerwasser genommen. Der Vorteil ist, dass es reine Energie ist und im Winter die Verdauung der Bienen nicht belastet wird. Seit es die Zuckerfütterung gibt, ist die Überwinterung der Bienenvölker wesentlich sicherer geworden - früher war es ein Meisterstück der Imkerei, ein Bienenvolk über den Winter zu bringen. Besonders dunkle Honige oder Blütenhonige, die leicht kristallisieren, belasten die Verdauung der Bienen.“

Bienen
APA/dpa/Marius Becker/Colourbox

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„Guten Morgen, Steiermark“, 14.8.2015

Dankbarkeit ist eine Tugend

Bis zu 20 Kilogramm Zuckerwasser benötigt Wruss für jeden seiner Bienenstöcke. In speziellen Behältern stellt er das Futter direkt im Stock zur Verfügung. Doch diese Art der Fütterung stößt bei den Bienen auf keine Gegenliebe - sie danken es mit Stichen: „Das Füttern reizt die Bienen zum Ausfliegen, sie glauben, dass in der Natur irgendwo eine große Nektarmenge angeboten wird. Sie suchen überall herum und probieren, Nektar einzutragen“, so Wruss.

Eingeschleppte Pflanzen für Bienen sehr wichtig

Das Thema der Fremdpflanzen sieht der Imker entspannt - schließlich, sagt er, seien ja auch der Mais und der Kürbis, aus Amerika eingeschleppt worden. Im Winter finden die Bienen den benötigten Nektar vor allem im drüsigen Springkraut, einer in Österreich mit schlechtem Ruf behafteten Pflanze.

Der Imker sieht die Pflanze sehr positiv: „Diese Neophyten haben einen schlechten Ruf bei uns, manche sind für die Bienen aber sehr wichtig. Dieses drüsige Sprinkraut etwa wird von den Bienen sehr gut besucht. Der Nektar ist hochwertig, ist ein guter Honig zum Überwintern, und sie tragen auch etwas Pollen ein.“

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