Schwarz-weißer Blick in die Vergangenheit

Das 20-jährige Bestehen des Museums der Wahrnehmung wird mit der Ausstellung „raumräumen“ begangen. Dabei werden schwarz-weiße Bilder der Fotografin Margherita Spiluttini gezeigt, die bereits vor 20 Jahren präsentiert wurden.

Sendungshinweis:

„Tag in der Steiermark“, 29.3.2016

1995 wurde aus dem ehemaligen Tröpferlbad in der Grazer Friedrichgasse das Museum der Wahrnehmung. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung wurde der breiten Öffentlichkeit eine Margherita-Spiluttini-Ausstellung mit Fotos aus dem Gebäude präsentiert; nun – 20 Jahre später – soll Besuchern ein Einblick in die Vergangenheit gewährt werden.

Darstellung von Veränderungen

Auf 13 hochformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien sieht man unter anderem Umkleide- und Duschkabinen, Toiletten und Warteräume, sogar Preislisten. Das Tröpferlbad in der Friedrichgasse war nur eines von vielen in Graz und diente der Verbesserung der hygienischen Situation ärmerer Bevölkerungssichten, sagt Eva Fürstner, Leiterin des Ausstellungsortes: „Für Menschen des Bezirkes Jakomini war das Gebäude bis 1995 ein Ort, an dem sie sich waschen konnten. Es gab früher in den Wohnungen ja kaum Badezimmer, daher war es notwendig, öffentliche Gebäude zu haben, wo man das konnte. Man kam herein, bekam eine bestimmte Kabine zugewiesen, hatte eine bestimmte Zeit um zu duschen und zu baden und konnte sich hier reinigen.“

MUWA
Iris Ranzinger

Margherita Spiluttini beschäftigt sich mit der fotographischen Darstellung von Architektur, vor allem mit der Auswirkung von Veränderungen am oder im Bauwerk, erklärt Iris Ranzinger, enge Vertraute Spiluttinis: „Das Medium der Architekturfotografie trägt sie schon in sich. Man sieht auch, dass es in der Nutzung von Gebäuden einen Wandel gibt. Das ist ein wichtiges Thema in Margheritas Fotografie. Es war in den letzten Jahren Thema in den Büchern, auch bei der letzten Ausstellung in Graz. Es geht auch immer darum, was früher war und was noch nicht war oder wie ist die Transformation von Orten?“

Bewusste Wahrnehmung

Für die Schau entdeckt wurde Spiluttini bereits vor zwanzig Jahren vom ehemaligen Leiter des Museums Werner Wolf. Nun werden ihre Werke anlässlich der Jubiläumsfeier abermals ausgestellt, so Fürstner: „Wir feiern heuer 20 Jahre Museum der Wahrnehmung in den Räumlichkeiten des ehemaligen Bades. Das Museum gibt es allerdings schon seit 26 Jahren. Es wurde 1990 von Werner Wolf gegründet und befand sich damals in einem Container im Stadtpark.“

Wie alle bisherigen Veranstaltungen soll auch das neue Programm beim Publikum eine bestimmte Wirkung erzielen. Die Subjektivität von Meinungen über Personen oder Gegenstände soll bewusst gemacht werden. Es geht also um das Thema Wahrnehmung: „Wir beschäftigen uns ganz konkret mit dem Bewusstmachen des Prozesses der Wahrnehmung. Hier ist es jetzt Sozialgeschichte, genauso aber auch Architekturgeschichte und künstlerische Fotografie.“ In die Vergangenheit reisen kann man im Museum der Wahrnehmung noch bis zum 2. September täglich außer dienstags.

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