„Wilde Frau“ im Kunsthaus

Der französische Künstler Charles Freger hat 2010 eine Fotoserie mit dem Titel „Wilder Mann“ veröffentlicht. Das Künstlerinnenduo „Resanita“ nahm diese als Ausgangspunkt für die Arbeit „Wilde Frau“ - zu sehen im Kunsthaus Graz.

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 6.4.2016

Charles Freger bildete für seine Fotoserie „Wilder Mann“ in 18 europäischen Ländern männliche Figuren in der Natur ab. Vor allem die Verwandlung des Menschen zum Biest ist ein zentrales Thema, und so zeigen die Bilder Männer als Teufel, Ziegenböcke, wilde Bären, eingehüllt in pflanzliche Stoffe wie Stroh oder Kiefernzweige.

Materialien der Natur

Das Künstlerinnenduo „Resanita“ nahm diese Fotoserie als Ausgangspunkt für die aktuelle Arbeit mit dem Titel „Wilde Frau“ - und auch die beiden Künstlerinnen griffen auf die Materialien der Natur zurück: Zweige, Getreidehalme oder dickes Blattwerk verhüllen die Gestalten, die in den verschiedensten Landschaften positioniert wurden.

Titelblatt Katalog Wilde Frau, Kroatien 2015
RESANITA

Feministische Antwort

Das Künstlerinnenduo, bestehend aus Resa Pernthaller und Anita Fuchs, sieht in der aktuellen Arbeit eine feministische Intervention als Antwort auf die Fotoserie „Wilder Mann“: Die archaische Kraft der Natur ist für die Serie „Wilder Mann“ der Ausgangspunkt, gleiches gilt aber auch für die Arbeit von „Resanita“, die in ihrem künstlerischen Schaffen immer wieder die Natur in den Fokus stellen.

„Durch unsere Arbeit mit Pflanzen interessiert uns speziell die Figur des Grünen. Es ist immer ein Wesen, dass mit Pflanzenmaterial skulpturartig verhüllt unterwegs ist in der Brauchtumsgeschichte. Da gibt es vielfältigste Materialien. Wir haben uns gedacht, wir erfinden die ‚Wilde Frau‘, weil es die ja so gut wie nie gibt“, so Anita Fuchs.

Reise durch zehn Länder

In zehn Ländern waren die beiden unterwegs, und es entstanden Foto- und Videoarbeiten, die jetzt im Grazer Kunsthaus gezeigt werden. „Resanita macht performative Arbeiten. Einerseits bietet die Natur einen Schutz, andererseits gibt es die Möglichkeit, sich auszudrücken. Natur birgt immer Tieferes. Die Schau zeigt die Künstlerinnen auch von einer anderen Seite, nämlich auch von einer hochästehtischen Auseinandersetzung mit der Sprache des Bildes“, so Kuratorin Kathrin Bucher Trantow.

Zu sehen ist „Wilde Frau“ im Erdgeschoß des Grazer Kunsthauses bis zum 17. April.

Verschwimmen mit der Landschaft"

So zeigen die großformatigen Fotoarbeiten auf den ersten Blick etwa eine Hecke oder einen Strauch in der Landschaft - tatsächlich aber sind es wilde Frauengestalten: „Wir verschwimmen dann auch schon in der Landschaft. Wir sind dann teilweise gar nicht mehr zu erkennen, man kann uns nur erahnen. Das ist auch ein spannender Aspekt“, sagt Resa Pernthaller.

WIldheit der Frau

Dass Wildheit keine rein männliche Eigenschaft ist und dass die Figuren der „Wilden Frauen“ Angst machen, weil sie der männlichen Ordnung widersprechen - darauf will das Künstlerinnenduo aufmerksam machen.

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