Stefan Mandl und sein Bienen-Imperium

Ein gebürtige Steirer, der jetzt in Wien lebt, ist der größte Bioimker Österreichs: Stefan Mandl. Er ist Herr über eine atemberaubend großen Zahl an Bienenstöcken. Seine Bienen liefern süße Schätze auch von ungewöhnlichen Orten.

Sendungshinweis:

„Guten Morgen, Steiermark“, 8.4.2016

Stefan Mandl hat in Schwechat bei Wien so etwas wie ein Imkerei-Imperium aufgebaut: „Am wenigsten sind sie so um April herum, am meisten im Juli und August - so zwischen 5.000 und 10.000 Bienen“, so Mandl. Die geflügelte Welt begann mit einem Bienenstock, einst in Wettmannstätten: „Vom Nachbarn gekauft. Im ersten Jahr bin ich nie gestochen worden.“

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Lindenhonig auch vom Friedhof

Mittlerweile sind Stefan Mandls Bienenstöcke in einem Umkreis von gut 100 Kilometern rund um die Zentrale des Betriebs in Schwechat aufgestellt - auch am benachbarten Wiener Zentralfriedhof. Gibt es also einen Friedhofshonig? Mandl sagt. „Ja, in der Vermarktung wäre das schwierig, aber es gibt tatsächlich einen, einen wunderbaren Lindenhonig. Es ist eigentlich ein riesiger Linderwald, das ist wie in der Steiermark, ein sehr gutes Gebiet.“

Guter Boden Wien

Dass seine Bienenzentrale direkt in einer Einflugschneise des Flughafens liegt, macht den Bienen nichts: „Nein, wir sind ja im Fluggeschäft. Die Bienen stört das nicht.“ Generell sei die Stadt Wien ein guter Boden für die Imkerei, sagt Bioimker Mandl - es gibt viele Parks, überall blüht es, aber: „Es gibt keine Weiden. Vor ein paar hundert Jahren hat ein Weidenast angeblich einen Adeligen erschlagen, und seitdem dürfen sie keine Weiden mehr pflanzen.“

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Bis zu 30 Angestellte

Mit seiner Imkerei ist Stefan Mandl Arbeitgeber für bis zu 30 Angestellte, vieles, was im Betrieb gebraucht wird, wird selbst gemacht. „Wir haben im Bienenhof ein psychosoziales Tageszentrum. Das sind Leute, die sich ein bisschen schwerer tun im Arbeitsleben. Wir bauen so gut wie alles selbst, also alles aus Holz“, so Mandl.

Süßer Schatz im Supermarkt

Seinen Biohonig vermarktet Stefan Mandl flächendeckend in den Filialen einer großen österreichischen Supermarktkette. Vor allem in Ostösterreich schätzt man seinen süßen Schatz sagt der Steirer stolz: „Man kann gar nicht so viel Honig produzieren, dass es nicht gegessen wird. Wien ist ein unersättlicher Magen.“

Stefan Mandl
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Stefan Mandl

Der Mittvierziger Stefan Mandl ist ein Bioimker aus Leidenschaft und Überzeugung: „Wenn man sich mit Natur beschäftigt, dann soll es so gut wie möglich sein. Da will ich keine Chemikalien einsetzen oder grob sein - das passt einfach nicht.“

Biene auch in der Familie

Sein Studium an der Boku und die abschließende Doktorarbeit hatten die Bienen zum Thema, seitdem lebt er die Imkerei: „Ich beschäftige mich mit Bienen fast Tag und Nacht seit fast 20 Jahren. Je mehr ich drüber lerne, desto mehr weiß ich, dass ich gar nichts weiß. Wir haben so wenig Wissen über das Insekt. Und jedes Jahr ist anders.“ Und auch familiär kann es der Steirer nicht lassen: „Meine älteste Tochter heißt Maja“, so Mandl.

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