Kriesches Rückkehr in die Neue Galerie

Unter dem Titel „Medienblock“ sind in der Neuen Galerie des Universalmuseums Joanneum Werke des in der Steiermark lebenden Künstlers Richard Kriesche zu sehen. Die Ausstellung zeigt das Schaffen Kriesches seit 1964.

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 2.6.2016

Die im Jahr 1973 in der Neuen Galerie am Universalmuseum Joanneum gezeigte Ausstellung „Audiovisuelle Botschaften“ war noch vor der „ars electronica“ in Linz die erste Kunstschau in Österreich, die sich konzentriert mit Medienkunst auseinandergesetzt hat: Damals wurde ein erster Fokus auf die damalige Videokunst gesetzt und Pionierwerke etwa von Nam June Paik, Keith Sonnier oder Bruce Nauman gezeigt. Mit dabei war 1973 auch schon Richard Kriesche - mit einem Projekt, das medienreflexive und sozialkritische Aspekte in sich vereint hat.

Richard Kriesche, Projekt „aesthetik des kapitals“ nr 3. „blood & tears“, 2010
ars electronica, linz; voest alpine, linz; knapp ag, hart bei graz. Photocredit: richard kriesche

60 Werke aus dem Besitz des Künstlers

In einer heute nicht mehr existenten Barackensiedlung in der Kapellenstraße hat er damals den privaten Raum von Menschen, die sonst wenige Aufmerksamkeit erhielten, in die Öffentlichkeit geholt, indem er das Innere der Baracke fotografierte und auf der Fassade anbrachte. „Später wurde in der Neuen Galerie wieder schnell abgedreht, was hier begonnen wurde. Schnell wurde ein ‚Hunger nach Farbe‘ ausgerufen“, beurteilte Kriesche rückblickend die Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit der Neuen Galerie in den 70er- bis 90er-Jahren.

Nun ist ein großer Teil seines Werkes doch noch im Museum gelandet: Das Land Steiermark kaufte rund 60 Werke aus dem Besitz des Künstlers an und bekam noch gut 20 als Schenkung überlassen, wie Joanneum-Direktor Wolfgang Muchitsch schilderte. Insgesamt seien somit „die wesentlichen Stationen des vielschichtigen Werkes“ dokumentierbar geworden, hielt Ausstellungskurator Günther Holler-Schuster fest.

Richard Kriesche, "elektronik-milieu" aus der Serie "strahlen-millieu", 1983/84
Neue Galerie

Hintergrundinformationen für Besucher

Zu sehen gibt es in der Grazer Ausstellung einiges: Sie ist in den wesentlichen Zügen chronologisch konzipiert, wobei die frühen Werke immer wieder in ein Wechselspiel zu aktuelleren gestellt werden. Tiefergehende Hintergrundinformationen zu den Objekten liefern QR-Codes sowie die Webseite zur Ausstellung, wodurch online zusätzliche Videos, Texte oder Dokumentationsmaterialien abrufbar wurden.

Link:

Neue Galerie Graz

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