„Meet4Music“: Wenn Musik wirklich verbindet

An der Grazer Kunstuni läuft auch heuer wieder das Projekt „Meet4Music“. Es ist die Fortsetzung des Projekts „Music for Refugees“ und soll Menschen zusammen- und zum gemeinsamen Musizieren bringen.

Dass Musik Völker verbindet, ist schon fast unter „Binsenweisheit“ einzuordnen - umso schöner, wenn diese auch mit Leben erfüllt wird. Zum Beispiel bei der Initiative des Instituts fünf an der Kunstuniversität Graz, wo jeder willkommen ist - unabhängig von Alter, Herkunft, ob mit musikalischen Vorkenntnissen oder ohne. Bei den offenen Treffen haben alle Interessierten die Möglichkeit, sich musikalisch oder tänzerisch auszudrücken. Gemeinsam soll die Freude im künstlerischen Ausdruck erlebbar werden.

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 28.9.2016

„Meet4Music“ ist die Fortsetzung des Projekts „Music for Refugees“ - Musik für Flüchtlinge - das Institut für Musikpädagogik lud im letzten Jahr Flüchtlinge ein, gemeinsam mit Österreichern zu musizieren und zu singen. Und auch heuer werden wieder ein Chor, aber auch eine Theater-, eine Gamelan- und eine Percussiongruppe für Musikbegeisterte offen sein.

Hemmschwellen überwinden

Bei der Weiterführung des Projekts ist auch Rahela Duric dabei - sie ist Chorleiterin und stammt aus Slowenien. Bei „Meet4Music“ arbeitet sie mit einer Gruppe von Menschen, die sie noch nie zuvor gesehen hat. „Normalerweise ist es so, dass beim Singen so eine Hemmschwelle ist, auch bei Leuten, die eigentlich singen können. Und ich schau’ dann immer, dass ich sie zum Singen bringe, ohne dass sie wissen, dass sie bereits singen“ - und das funktioniere auch immer, so Duric.

Veranstaltungshinweis:

„Meet4Music“ startete am 10 Oktober. Immer Montags und Dienstags von 17.00 bis 18.30 Uhr kann jeder kommen und mitmachen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Alles, nur keine Auflagen

Für die Neuauflage von „Meet4Music“ gibt es nur eine einzige Auflage - nämlich dass es keine Auflage gibt: „Keine Hindernisse, keine Schwellen, keine Kosten und nichts, um einfach hier gemeinsam zu musizieren und sich kennen zu lernen“, betont Institutsleiterin Silke Kruse-Weber. „Es ist alles erlaubt, es ist wirklich ein Raum, ein Podium, wo alles in dem Rahmen erlaubt ist“, so Kruse-Weber weiter.

Rhythmus, Bewegung und Spontanität

„Wir sind zwar nicht alle Rhythmuskaiser, aber der Drang, sich motorisch zu betätigen und durch den Rhythmus Energie frei zu schaffen, ist vorhanden, und insofern ist dieser Drumcircle eine gute Möglichkeit“, sagt Günter Meinhart, Leiter der Percussiongruppe. Mit dem umzugehen, was in dem Moment passiere - die Spontanität -, sei in der abendländischen Musiktradition und -kultur verlorengegangen, und „das müssen wir bei dem Projekt machen, das sollten auch die Studierenden lernen können“, so Meinhard.

Meet4Music, Percussion
Kunstuniversitaet Graz/ Institut 5

Außerdem werde mit dem Projekt „Meet4Music“ für die angehenden Musikpädagogen ein Feld eröffnet, in dem sie sich schon während des Studiums mit den sich ändernden Gesellschaftsstrukturen beschäftigen können.

Einen Wunsch hat Günter Meinhard: „Schön wäre es, wenn sich viele auf den Weg machen würden - woher sie auch immer kommen - und einen oder eine mitnehmen, und wenn derjenige, den man mitnimmt, vielleicht nicht aus Österreich ist, dann wäre das noch schöner.“ Und da wäre man dann auch tatsächlich wieder bei dem Spruch angelangt, dass Musik Völker verbindet.

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