Ein neuer Roman über ein altmodisches Gefühl

Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte erzählt der Schweizer Bruno Pellandini in seinem Roman „Dieses altmodische Gefühl“. Mit einem lauten Krach begonnen, erlebt die Geschichte ihre Höhepunkte in feinen leisen Zwischentönen.

Der laute Krach zu Beginn ist eine einstürzende Zimmerdecke: Bei Arbeiten an einem Dachbodenausbau bricht diese in die Wohnung der Pernilla Brigido. Als verantwortlicher Bauherr macht sich Ildefons Krehmayr sofort auf den Weg zur Unfallstelle.

Sendungshinweis:

„Guten Morgen Steiermark“, 30.10.2016

Pernilla ist eine ehemalige, sehr bekannte Schauspielerin, beinahe 70. Der an die 20 Jahre jüngere Baumeister ist auf den ersten Blick fasziniert von ihrer ganze besonderen Ausstrahlung, ihrer Eleganz und „diesem seltsam abwesenden Ausdruck in ihrem Gesicht“, wie er es beschreibt.

Besuche, die zur Gewohnheit werden

Unter dem Vorwand, sich von nun an regelmäßig persönlich um den Fortschritt der Sanierungsarbeiten in der Wohnung der Brigido zu kümmern, verbringt Illo, wie Ildefons Krehmayr von allen genannt wird, mehr und mehr Zeit mit der für ihn so faszinierenden Dame.

Cover
Residenz Verlag

Buchtipp:

„Dieses altmodische Gefühl“ von Bruno Pellandini (ISBN: 9783701716692) ist im Residenz Verlag erschienen und kostet 22,00 Euro.

Sie hat sich nach dem Tod ihres Mannes von der Theaterbühne verabschiedet, ist aber eine lebenslustige Frau mit einem großen Freundeskreis. Er lebt nach seiner Scheidung allein und eher zurückgezogen. Seine Besuche bei ihr werden - auch nach Ende der Baustelle - zur Gewohnheit, die beiden beginnen miteinander auszugehen - was vor allem in Pernillas Freundeskreis für Getratsche sorgt.

„Eine unmögliche Beziehung“

Denn auch sie fühlt sich von ihm angezogen, ist aber um körperliche Distanz bemüht - mit Hinweis auf ihr Alter. Irgendwann stellt Illo fest: „Wir hatten eine nicht ganz unkomplizierte Freundschaft miteinander angezettelt, von der nicht feststand, wohin sie uns eigentlich führte.“

Er vernachlässigt seine Arbeit, die Firma gerät in Zahlungsschwierigkeiten, Pernilla aber nimmt eine Rolle an einem kleinen Theater an - es scheint also, dass sie in dieser - aus mehreren Sichtwinkeln „unmöglichen“ Beziehung aufblüht, während Illo immer unruhiger und unzufriedener wird. Oder nähern sie sich einfach nur altersmäßig an?

Am Rande des Wahnsinns

Nach einem Autounfall, bei dem er schwer verletzt wird, übernimmt Illo plötzlich eine völlig andere Rolle im Lebenstheater der Brigido. Die Gefühlsspanne beschreibt Bruno Pellandini an einer Stelle des Romans so: „Am Rande des Wahnsinns, abwechselnd im Himmel und in den tiefsten Abgründen.“

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