Zu Gast bei Gölles, Baur und Dampfhofer

Bei einem kleinen Galerienrundgang durch die Steiermark könnte es einen derzeit nach Fohnsdorf, Weiz oder Fürstenfeld ziehen: Hier stellen die steirischen Künstler Franz Dampfhofer und Joachim Baur sowie Galerist Anton Gölles aus.

Gölles feiert in Fürstenfeld bereits die vierte Ausgabe der Ausstellung „Ein Original von ...“ seit 2008 - „und es ist eine Referenz an die Anfänge des Kunstsammelns, an die Wunderkammer der Renaissance, wo unterschiedliche Objekte aus der Natur - Korallen, Straußeneier, mit Gold und Edelsteinen gefasst - in einem einzigen Raum, einer Kammer, mit nautischen Instrumenten oder in Kabinettschränken gezeigt wurden“, so der Galerist.

65 Originale aus Malerei und Skulptur

Umgelegt auf zeitgenössische Kunst zeigt Anton Gölles damit rund 20 Kunstschaffende unterschiedlicher Generationen nebeneinander - von Herbert Brandl über Otto Zitko bis hin zu Christian Eisenberger. Da stehen Thomas Stimms florale Skulpturen neben Uta Webers bunten Bohnen und Günter Brus’ Körperbilder neben Traktoren im Sonnenuntergang der neuen Serie „Stanley Road“ von Ronald Kodritsch.

Belly Jean von Uta Weber
Uta Weber / Galerie Gölles
Uta Webers Werk „Belly Jean“ ist derzeit in der Galerie Gölles zu sehen

„Unser Galerienprogramm umfasst Malerei und Skulptur und auch die etablierten Künstler der mittleren und älteren Generation - dabei werden auch jüngere Künstler miteingebunden“, fasst der Kunstexperte die insgesamt 65 Originale umfassende Ausstellung in der Galerie Gölles zusammen.

Dampfhofer offenbart geheimnisvolle Bilderwelten

„Ich male immer. Es gibt überhaupt keinen Tag, an dem ich nicht male“, sagt der Künstler Franz Dampfhofer - damit gibt es in seiner Ausstellung unter dem Titel „simultan“ im Kunsthaus Weiz zahlreiche Arbeiten zu sehen, die im Laufe der letzten elf Jahre entstanden.

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 29.11.2016

Inspiration dafür scheint der Künstler überall zu finden: „Da schaue ich aus dem Fenster in meinem Atelier und sehe im Sommer diesen Zwetschkenbaum. Der ist beeindruckend - es ist unglaublich, dass es so etwas gibt. Auf der anderen Seite - im gleichen Augenblick des Malens - schaue ich ein Kunstbuch an und entdecke eine schöne Figur. Jetzt drehe ich mich um auf die andere Seite des Fensters - und was sehe ich? Meine Nachbarn. Und dann wische ich meinen Pinsel aus - in einer Zeitung. Und was entdecke ich? Schrecklichkeiten!“, so Dampfhofer.

Momentaufnahmen malerischer Freude

Und so zeigen seine Moment-Collagen all das - den Zwetschkenbaum aus dem Garten vor dem Atelier, die Nachbarn, die männliche Figur aus dem Kunstbuch, aber auch die Geköpften aus der Zeitung: „Es gibt natürlich nicht nur Gegenstände, sondern auch Hintergründe, die amorph sind. In diesen amorphen - nicht abstrakten - Dingen, stelle ich dann Gegenständliches hinein; Figuren und andere Dinge, die durch meine Schulung bei Hauser ganz präzise formuliert werden. Das ist ein Konstrukt, das ich hineinfüge in ein System, das eigentlich sehr streng ist - und in diesem System entfalte ich meine malerische Freude.“

Über Gold und den Irrglauben an den Kapitalismus

Im Schulungszentrum Fohnsdorf stehen dagegen derzeit multimediale Arbeiten, Installationen und Bilder von Medien-Künstler und Werkstadt-Graz-Leiter Joachim Baur im Fokus: Die Schau „Return/Reversibel“ zeigt unter anderem Baurs Auseinandersetzung mit Gold, die bis in die 70er-Jahre zurückgeht.

Bei einer Aktion im Bergbaumuseum hieß es da Anfang des Monats: „Gebt der Welt ihr Gold zurück!“ Und so hat der gelernte Schmied im 160 Meter langen Schaustollen ein Goldstück geschmolzen und in der Erde vergraben: „Das hat natürlich etwas zu tun mit einem Irrglauben an Kapitalismus. Das hat wahrscheinlich auch etwas damit zu tun, in einer Freiheit zu leben, die man selbst entscheidet“, verrät der Künstler.

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