„Misery“: Gänsehaut für Stephen-King-Fans

Stephen Kings Roman „Misery“ ist ein Psychothriller par excellence. Die deutschsprachige Erstaufführung der Broadwayversion ist derzeit beim Grazer Theaterspielensemble zu erleben - Gänsehaut vorprogrammiert.

1987 veröffentlichte der zu dem Zeitpunkt drogen- und alkoholabhängige US-Star-Autor Stephen King seinen 14. Roman mit dem Titel „Misery“. Paul Sheldon, ein erfolreicher Schriftsteller, wird darin von einer psychisch kranken Stalkerin, Annie Wilkes, in ihrem Haus gefangen gehalten.

Misery
Theater-Spielensemble
Schriftsteller Paul Sheldon erwacht mit Schmerzen in den Beinen - er liegt in einem fremden Bett, in einem fremden Haus

Das Theaterensemble bringt nun die Broadwayversion von William Goldman in deutscher Sprache erstmals nach Graz - die Entscheidung fiel nicht schwer: „Ich habe zu Mitternacht mit dem Lesen angefangen - erste Szene: ‚Wow!‘, zweite Szene: ‚Spannend!‘, dann kommt die dritte Szene - und dann habe ich das ganze Stück in zweieinhalb Stunden durchgelesen“, verrät Regisseur Gilles Pugibet.

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 20.3.2017

„Eine coole Lösung“

Für ihn sei es schließlich besonders spannend gewesen, das in New York auf einer riesigen Bühne inszenierte Broadwaystück im kleinen Rahmen zu inszenieren, „auf unserer Bühne, die nur etwa fünf Mal sechs Meter breit ist. Das war die Herausforderung, und wir haben eine coole Lösung gefunden. Wir wollen aber nicht zu viel verraten - das Publikum muss das selbst erleben“.

Misery
Theater-Spielensemble
Wird Paul seiner Stalkerin entkommen können?

Am Broadway brillierte „Misery“ mit Action-Held Bruce Willis als Paul Sheldon - und Schauspielerin Kathy Bates bekam für ihre Film-Rolle der Annie Wilkes einst sogar den Oscar.

„Suche die Annie Wilkes in mir“

Für die beiden Darsteller der Grazer Inszenierung, Ralph Saml und Avelyn Francis, ein Ansporn - doch: „Als wir die Geschichte gefunden haben, habe ich mir absichtlich den Film nicht mehr angeschaut - natürlich habe ich ihn aber mal gesehen. Ich suche die Annie Wilkes eher in mir, als dass ich sie woanders abschauen möchte“, so Avelyn Francis. Ob in ihr auch etwas Psychotisches steckt? „Irgendwo sicherlich - und es macht Spaß, es mal herauszulassen“, schmunzelt die Schauspielerin.

Die eigene Rolle darzustellen, zu leben, das scheint auch ihrem Kollegen Ralph Saml leicht von der Hand zu gehen: „Ich schreibe auch - und wie es der Zufall will, habe ich vor vier Wochen einen Gedichtband herausgebracht. Das hilft mir sehr, die Rolle des Paul Sheldon zu spielen - ich kenne seine Probleme: Die Suche nach der Inspiration, Störungen, weißes Papier.“ Welches Ende Stephen King auf seinem Papier erdachte - und ob Paul seiner Stalkerin entkommen kann, ist noch bis Ende Mai in der Grazer Dreihackengasse zu erleben.

Link:

„Misery“ (Theaterensemble Graz)

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