Politik und Schiller im Grazer Theater im Keller

Die Politikszene der Gegenwart hat sich Autor Martin G. Wanko in seinem neuen Stück „Schiller - ein Lustspiel“ im Grazer Theater im Keller vorgenommen. Vorlage der Satire ist Schillers Drama „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“.

Schiller Theater im Keller
Theater im Keller
„Schiller - ein Lustspiel“ ist bis zum 29. April im Grazer Theater im Keller zu sehen

Genua verwandelt der Grazer Autor in den Stadtstaat Vienna, und das Fürstenvolk von Damals zur gegenwärtigen Politszene - diese tritt etwa in Gestalt des Edelmanns HC Fiesco in Gestalt.

Ein Putsch muss her

In einem neonpinken Designeranzug, giftgrünen Schuhen und „Vienna calling“-rappend frönt dieser mit seinen schönen Mätressen heiter seinen Lastern - bis plötzlich die junge Hoffnung im Matrosenanzug - Sebastiano Verrina - auftaucht und ihm die Politik, das Regieren, die Macht schmackhaft macht: Der derzeitige Herzog in Rot - Michele Doria - handle ja wirklich nicht im Sinne des Volkes - ein blutiger Putsch muss her.

Regisseur Alfred Haidacher erklärt: „Im Stadtstaat Vienna ist die Politik eine der Gegenwart. Jeder kümmert sich darum, nach Möglichkeit an die Macht zu kommen - unter dem Titel Republik, unter dem Titel Demokratie, unter dem Titel Diktatur. Aber jeder meint das Gleiche: ’Ich bin der, der nachher bestimmt, was geschieht.“

„Es ist letztlich egal, wer kommt“

Die Conclusio der Satire ist laut dem Regisseur schließlich alles andere als zum Lachen: „Im Endeffekt ist die pessimistische Aussage von Wanko: ‚Es ist letztlich egal, wer kommt. Die einen brauchen bloß länger, bis wir in der Diktatur landen.‘“ Haidacher schließt: „Da wir das alles auch noch mit großem Humor behandeln, muss die Sache quasi kurz und doch leider schmerzvoll ablaufen.“

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 22.3.2017

Dabei wird auf comicartige, pointierte Sketche mit Kathrin Ebner, Laura Koch, sowie Christian Krall, Alexander Kropsch und Matthias Dielacher in schnittigen Kostümen von Eva Weutz gesetzt. Eins ist klar: Wenn im Theater im Keller die dritte Republik ausgerufen wird, dann sind es harte Zeiten für die Politik - und harte Strapazen für die Lachmuskeln.

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