Woza Sisi - auch das ist Afrika

Wenn Afrika in den Schlagzeilen vorkommt, dann oft in Verbindung mit Katastrophen, Hunger, Unterdrückung und Flüchtlingen. Dass es auch ein anderes Afrika gibt, will Margit Maximilian mit ihrem Buch „Woza Sisi“ aufzeigen.

Margit Maximilian ist Journalistin und seit vielen Jahren Afrika-Spezialistin. Für dieses Buch war sie ein halbes Jahr durch quer den Kontinent unterwegs - im Senegal, in Mosambik, Kenia, Südafrika, Nigeria und im Südsudan und lernte dabei zehn Frauen kennen, deren Geschichte sie in „Woza Sisi“ erzählt. Ihre Protagonistinnen sind mutig, erfolgreich und kritisch - und stehen stellvertretend für die vielen Afrikanerinnen, die in den verschiedensten Bereichen des Lebens Beeindruckendes geschafft haben.

"Woza Sisi"
Verlag Kremayr-Scheriau

Buchtipp:

„Woza Sisi. Die mutigen Frauen Afrikas“ von Margit Maximilian (ISBN: 978-3-218-01025-2) ist im Kremayr & Scheriau Verlag erschienen und kostet 22,00 Euro.

Die afrikanische Oprah Winfrey

Da ist zum Beispiel Mo Abudu, die oft als „Oprah Winfrey Afrikas“ bezeichnet wird. Die Starmoderatorin hat in Nigeria ein riesiges Medienunternehmen gegründet. Ihr Ziel, erzählt sie Margit Maximilian, ist es, das Negativ-Bild Afrikas durch ein modernes, zeitgemäßes zu ersetzen. Das will sie zum Beispiel mit einer afrikanischen Version der TV-Serie „Desperate Housewives“ erreichen.

Eine völlig andere Welt ist die von Martine de Souza in Benin. Die Historikerin ist Nachfahrin eines der bekanntesten und reichsten Sklavenhändler Afrikas - und Vorreiterin im Kampf gegen Kinderhandel, der ein riesiges Problem in dem armen Land darstellt: Nach Schätzungen der UNO werden in Benin jedes Jahr 50.000 Kinder verkauft.

„Woza Sisi!“

Ein anderes Beispiel ist die junge Fotografin Dahlia, die im südafrikanischen Johannesburg vor allem Frauen vor die Kamera bittet. Von ihr stammt auch das Foto, das am Buchcover zu sehen ist: Vier junge Frauen, fröhlich und bunt gekleidet vor einem Plakat mit einem riesengroßen Frauengesicht. Aus der Geschichte über die junge Fotografin stammt übrigens auch der Titel „Woza Sisi“. Er bedeutet „Komm Schwester“ auf Zulu und ist der Ruf zahlreicher Straßenfriseurinnen in Johannesburg, um Kundinnen anzulocken.

Sie transportieren Menschen statt Fischen

Eine westafrikanische Bestseller-Autorin hat Margit Maximilian ebenfalls besucht. Ken Bugul schreibt über Erfahrungen, die sie als schwarze Frau in Europa gemacht hat, über die Kolonialherrschaft in ihrer Heimat und über die Ausbeutung ihres Kontinents.

Sendungshinweis:

„Guten Morgen, Steiermark“, 23.7.2017

Auch im Gespräch mit Margit Maximilian gibt sie sich kämpferisch: Die Europäer beuten den Senegal aus, fischen das Meer leer - so hätten die heimischen Fischer keine Lebensgrundlage mehr. „Also orientieren sich die Fischer um und transportieren Menschen, die nach Europa wollen. Das ist ein Job. Es gibt keinen anderen“, sagt sie.

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