Willkommen in Hartberg-Fürstenfeld!

Tolle Sehenswürdigkeiten, spannende Geschichte, herrliche Kulinarik: Die 13 steirischen Bezirke haben viel zu bieten. Welche Besonderheiten Hartberg-Fürstenfeld auszeichnen, verraten Heimatsommer-Bezirkstelegramm und -tipps.

Violett soweit das Auge reicht - man kommt sich vor wie in Südfrankreich. Man steht aber mitten in einem Lavendelfeld in Bad Waltersdorf. Der Hartberger Unternehmer Patrick Wilfinger bewirtschaftet dort ein Lavendelgut. Die Idee dazu sei ein nächtlicher Geistesblitz gewesen. Auf etwa 5.000 Quadratmetern wächst zu 100 Prozent biologischer Lavendel, geerntet wird mit Sicheln, so wie es früher gemacht wurde. „Es ist wirklich idyllisch. Wie in Südfrankreich, vielleicht sogar schöner“, so Wilfinger.

Auf dem oststeirischen Lavendelfeld wachsen verschiedene, ganz alte Lavendelsorten, darunter auch weißer Lavendel. In der hauseigenen Produktion entstehen Lavendelöl, Fußbalsam oder Badesalz, aber auch Lavendelessig, -zucker, -likör oder Kekse. Die Pflanze wirkt beruhigend auf den Menschen und ist antibakteriell, und sie lässt einen sogar besser schlafen: Dafür tropft man vor dem Schlafengehen einfach ein paar Tropfen Lavendelessenz auf den Kopfpolster.

Marmelade aus dem Paradies

Besonders süß geht es dagegen bei Helga Helga Erhart in Oberlimbach zu, wo sich Köstlichkeit um Köstlichkeit in den Regalen stapelt: Über 200 Marmeladesorten warten darauf, verkostet zu werden. Erhart kocht die Marmeladen selbst ein und erfindet immer wieder neue Sorten: „Ich tu gerne entwerfen und kreieren“, sagt sie schmunzelnd. Vom aufwendigen Schälen und Entkernen der Früchte bis zum Etikettieren erledigt Erhart jeden Handgriff selbst.

Marmelade-Paradies
Marmelade-Paradies

Zwischen Frühstücksklassikern wie Marille oder Himbeere finden sich auch exotische Kombinationen wie zum Beispiel Ananas-Kokos-Rum, Weichsel-Schoko, Pfirsich mit Blue Curaçao oder Mischungen mit Kren und Chili. „Bei meiner Marmelade machen es viele so, dass sie sie als Nachspeise löffeln“, verrät Erhart. Kunden hat die Steirerin übrigens auf der ganzen Welt: Ihre Marmelade verschickt sie etwa auch nach Amerika oder Norwegen.

Mit Pfeil, Bogen und Kriegsbemalung

Wer in Sebersdorf im Moment Rauchzeichen am Himmel sieht und lautes Trommeln hört, der darf sich nicht wundern: Ein Indianerstamm hat hier seine Zelte aufgeschlagen - und zwar 16 junge Indianer, die gerade am Sommercamp der Organisation „Freinatur“ teilnehmen.

Indianercamp Sebersdorf, Heimatsommer Hartberg-Fürstenfeld
www.freinatur-steiermark.at
In Sebersdorf hat ein Kinder-Indianerstamm seine Zelte aufgeschlagen

Ein richtiger Indianer braucht natürlich auch seine wichtigsten Utensilien: „Speer, Pfeil und Bogen, ein Tipi, Kriegsbemalung und Mut muss man haben“, sind sich die Kinder einig. Den Kopfschmuck aus Federn, Papier und Stoff basteln die jungen Indianer selbst. Auch der passende Name darf nicht fehlen - und so hat man es in Sebersdorf dieser Tage mit Großem Delfin, Langem Biber, Einsamem Baum und Finsterem Habicht zu tun.

Hirn, Herz, Hand

Die Kinder sind drei Tage lang im Indianercamp bei Kathrin Müller und Elisabeth Scheibelhofer. Natürlich geht es hier um Spaß und Spiel - aber man verfolgt einen speziellen pädagogischen Ansatz. „Wir haben hier ein erlebnispädagogisches Feriencamp. Das heißt Lernen mit Kopf, Herz und Hand“, erklärt Müller.

Indianercamp Sebersdorf, Heimatsommer Hartberg-Fürstenfeld
www.freinatur-steiermark.at

Die drei Komponenten kommen zum Beispiel beim Bau eines Hirtenofens zum Einsatz. „Die Hand braucht man, um den Ofen überhaupt zu bauen. Dann braucht man den Kopf, um die Konstruktion sicher zu machen, damit sie nicht einstürzt und um sich zu überlegen, was beim Feuermachen zu beachten ist. Wenn das Brot herausgenommen wird, spielt die Emotion eine große Rolle, und das ist dann das Herz“, so Scheibelhofer.

Tabakmonster von Fürstenfeld

Die Pfeilburg in Fürstenfeld beherbergt einen wichtigen Teil der Stadt- und Regionalgeschichte: In dem kleinen Landadelssitz ist ein Tabakmuseum untergebracht. Bereits im Jahr 1690 entstand dort eine Tabakfabrik. „Die älteste in Österreich und wahrscheinlich eine der ältesten in Europa“, so Stadtführer Gerhard Trousil. „Besondere Bedeutung hat die Fabrik, weil sie ein großer Arbeitgeber war und auch Frauen Arbeit gefunden haben. So konnten sie ein selbstbestimmteres Leben führen“, erklärt Trousil.

Das Museum Pfeilburg ist von April bis Oktober von Dienstag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Von November bis März kann das Museum jeden Samstag von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Schon am Eingang des Museums begegnet man dem sogenannten Tabakmonster: Das ist eine Zigarettenstoffmaschine aus den 1880er Jahren, mit der 6.000 Zigaretten pro Stunde gerollt und gestopft werden konnten. Außerdem sind Szenen aus der Fabriksarbeit mit lebensgroßen Figuren dargestellt.

In einem großen Schaukasten ist ein k.u.k. Doppeladler, der nur aus Tabakwaren zusammengesetzt wurde, aufbewahrt. Das Wappen wurde anlässlich der Weltausstellung im Jahr 1873 hergestellt. Außerdem beinhaltet das Museum eine Sammlung von historischen Pfeifen aus unterschiedlichen Materialien wie Ton, Meerschaum und Holz.

Der Heimatort als Inspirationsquelle, als Kraftplatz zum Ruhe finden - genau das ist Hartberg für die international erfolgreiche Designerin Eva Poleschinski. Es sei ihr wichtig, regelmäßig nach Hause zu kommen. Gerade im Sommer arbeite sie gerne in der Oststeiermark, unter anderem weil es in Wien gefühlte 50 Grad habe und keine Brise gehe.

„Hier ist ein ganz spezieller Platz für mich, weil es im Vergleich zu meinem beruflichen Umfeld und der städtischen Atmosphäre irrsinnig erholsam ist. Ich kann da auch wahnsinnig gut arbeiten, bin kreativ und ich komme immer wieder gerne nach Hartberg“, so die Modeschöpferin, die im Jahr 2014 zur „Designerin of the Year“ gewählt wurde.

Lieblingsplatz Hochzeitswiese

Ein Platz, dem sich Poleschinski besonders verbunden fühlt, ist eine Wiesenfläche zwischen Schloss Herberstein und Feistritzklamm. Dort hat die Designerin vor drei Jahren geheiratet. „Das ist ein extremer Kraftplatz. Dort ist eine unfassbare Energie mit dem Fluss, dem Felsen und dem Schloss daneben“, sagt Poleschinski.

Eva Poleschinski
Michele Pauty
Die Hochzeitswiese von Eva Poleschinski
Eva Poleschinski
Michele Pauty
Eva Poleschinski

Ihre Kollektionen zieren die Titelblätter der großen Modemagazine. Seit zehn Jahren ist Poleschinski am internationalen Modehimmel bekannt. Ihre Mode geht von Berlin, New York, bis Tokio und Paris über den Laufsteg. Ob die Kraftplätze auch auf das modische Schaffen abfärben? „Natürlich, weil Kreativität entsteht nicht im Druck oder in einer stressigen Situation. In Hartberg kann ich zur Ruhe kommen und neue Energie schöpfen. Dann entstehen bei mir Kreativität und Ideen“, so Poleschinski.

Käsebrot mit Stil

Zeit verbringe sie gerne in der Stadt Hartberg. „Ich finde, dass es wahnsinnig selten ist, dass eine Kleinstadt den Altstadtkern so bewahren kann“, schwärmt Poleschinski. Wenn man in der Region ist, sollte man unbedingt die Ringwarte besuchen und beim Buschenschank „Postl“ einkehren. „Da gibt es das mit Abstand schönst dekorierteste Käsebrot mit der schönsten Aussicht über die Oststeiermark“, verrät die Designerin.

„Spektakulär unspektakulär“

Kommen wir zum nächsten Promi - und einem Jubiläum: Heuer feiert ein Lied der Austropop-Szene sein 30-Jahr-Jubiläum: „Romeo und Julia“ gesungen vom Carl Peyer. Er kommt selbst aus dem steirischen Vulkan- und Thermenland, genauer gesagt aus Söchau. Die Gegend habe er immer schon sehr geliebt und geschätzt, „auch, wie Heimat nicht so ein wichtiger Begriff war wie heute“, sagte der Söchauer. „Ich würde sogar sagen, diese Gegend ist spektakulär unspektakulär und es gibt so viele Plätze und Dinge, die ich dort schätze“, so Peyer.

Kräutergarten oder Ausblick auf die Riegersburg

Als Kind habe er meist im Freien gespielt, egal ob am Feld oder beim Heuarbeiten. Heute trifft man den Musiker mit seinem Enkel im Kräutergarten oder beim Eisessen im Stammcafé. Sein absoluter Lieblingsplatz sei der Hauptplatz in Fürstenfeld. Aber der Bezirk sei ja auch eine Genussregion und deshalb hat Carl Peyer einige kulinarische Tipps parat.

Carl Peyer, Heimatsommer Hartberg-Fürstenfeld
Andreas Lepsi
Carl Peyer

Zum „Haberl & Finks“ in Walkersdorf fahre er mit dem Rad. Auch „Wippl’s Hofbergstubn“ in Riegersburg könne er empfehlen. „Da sitze ich gerne und schaue auf die Burg hinüber, wenn sie am Abend noch beleuchtet ist“, schwärmt Peyer. „Oder den Buschenschank Eibel oben am Starzenberg. Man hat das Gefühl, dass man die Burg von dort angreifen kann“, verrät er weiter.

Bahnhofstraße 104

Aber was hat es nun mit der Hartberg-Fürstenfelder Postadresse aus dem Lied „Romeo und Julia“ auf sich? „Das war ein genialer Einfall des Herrn Thomas Spitzer“, so Carl Peyer. Der habe gesagt, Romeo und Julia seien ja ein fürstliches Liebespaar - wir brechen das herunter auf die normalen Leute. „Die normalen und die ganz armen Leute haben in der Bahnhofstraße gewohnt. Da waren die billigsten Wohnungen“, erklärt Peyer. Ob er selbst einmal ein Techtelmechtel in der Bahnhofstraße 104 hatte, daran kann sich der Musiker allerdings nicht mehr erinnern.

Flower Power im Heimatsommer

Musik, Tanz und jede Menge gute Laune: Im Rahmen des heurigen Heimatsommers geht das ORF-Steiermark-Team auf große Flower-Power-Tour und bringt in alle steirischen Bezirke love, peace & happiness - mehr dazu in Auf Flower-Power-Tour durch die ganze Steiermark

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