„Romeo und Julia“ mit Witz und Slapstick

Sie ist die wohl berühmteste Liebesgeschichte der Welt und an Tragik nicht zu überbieten: „Romeo und Julia“. Das Theater in Oberzeiring versucht sich an einem neuen Ansatz und kehrt die komischen Aspekte in Shakespeares Text hervor.

Zwei verfeindete Familien im alten Verona, Sohn und Tochter verlieben sich ineinander und finden schließlich den Tod. Das Theater Oberzeiring (THEO) will mit seiner „Romeo und Julia“-Version aber keinen todtraurigen Abend inszenieren: „Von einer Tragödie kann man nicht ausgehen, sondern es wird ein Stück, das sehr komische bis Slapstick-Elemente beinhaltet“, sagt Regisseur Christian Elgner.

Originaltext umgearbeitet

Der Shakespeare-Klassiker wurde in den 400 Jahren seit seiner Entstehung in den verschiedenen Kunstgattungen und -genres verarbeitet - ob als Orchesterstück von Tschaikowski, als Austropop-Hit von Carl Peyer, als Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ von Gottfried Keller oder als Hollywoodstreifen „William Shakespeares Romeo + Julia“ mit Leonardo DiCaprio. Das THEO nimmt sich den englischen Originaltext zur Brust.

Romeo und Julia im Theater Oberzeiring
traussning.net

Sendungshinweis:

„Radio Steiermark-Sommerzeit“, 24.7.2017

Es sei demnach Zeit, die lustige Seite des Shakespeare-Dramas hervorzukehren: Der Text gebe viel an Witz vor und das lasse sich gut umsetzen, so Elgner, den tragischen Teil wolle man aber nicht verlieren. Das deutschsprachige Shakespeare-Verständnis beruhe auf der Schlegel-Tieck-Übersetzung: „Wir haben eben nicht diese Übersetzung genommen, sondern eine sehr moderne“, sagt der Regisseur. Teilweise habe man auch Passagen aus dem Original selbst übersetzt.

Zwischen Schlichtheit und Kitsch

Außerdem legt das Ensemble den Fokus auf starke Frauenfiguren - die Beziehung von Julia zu ihrer Mutter wird dadurch besonders intensiv. Über die Bühnengestaltung will Regisseur Christian Elgner nicht zu viel verraten, nur so viel: „Es ist sehr schlicht und etwas kitschig.“

Für den Regisseur, der auch für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet, sei es besonders wichtig, dass alles auf der Bühne sinnvoll sei. „Ich habe keine Dekoration, sondern alles, was auf der Bühne ist, hat einen Sinn und wird auch von den Spielern benutzt“, so Elgner. So zum Beispiel eine einfache Kiste, die ihre Raffinessen erst im Laufe des Stücks offenbart.

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