Alles Negative hat sein Positives

Lolek Nemec ist Migrant und muss in einem Flüchtlingslager ehrenamtliche Arbeit leisten. Was er da erlebt, beschreibt Jaromir Konecny in seinem Buch „Die unglaublichen Abenteuer des Migranten Nemec“.

Migrant Nemec
ecowin

Buchtipp:

„Die unglaublichen Abenteuer des Migranten Nemec“ von Jaromir Konecny (ISBN-13 9783711001283) ist im ecowin-Verlag erschienen und kostet 20,00 Euro

Der Roman beginnt mit einer Gerichtsverhandlung: Angeklagt ist Lolek Nemec, weil er sein Maturazeugnis gefälscht haben soll, und zwar gleich zweimal - einmal als Asylwerber in einem niederbayrischen Flüchtlingslager, und viele Jahre später, weil er auf seinem alten Zeugnis Bier vergossen hatte.

Fälschung mit Kartoffelstempel

Ein verschmutztes Zeugnis wollte er nicht herzeigen, also griff Nemec zum Kartoffelstempel. Zwischen diesen Vorfällen lagen ein Doktortitel in Informatik und 13 Jahre im Koma nach einem Unfall. Jetzt entwirft Nemec Intelligenzspielzeug für Hunde - ein Job, der nicht sehr einträglich sein dürfte, denn Nemec entscheidet sich gegen eine Geldstrafe. Als Ersatz muss er gemeinnützige Arbeit in einem Flüchtlingsheim leisten.

Aller Ernst hat komische Note

So landet er im tiefsten Niederbayern: Im Flüchtlingsheim „Haus Hoffnung“ trifft er auf Asylwerber aus Eritrea, Afghanistan und Syrien, auf sehr bemühte ehrenamtliche Mitarbeiter und auf viel Fremdenfeindlichkeit rund um das Heim. Doch schon seine Mutter wusste: „Jede noch so traurige Seite hat auch ihre lustige Seite.“ So ist bei allem Ernst auch immer eine komische Note im Spiel.

Sendungshinweis:

„Guten Morgen, Steiermark“, 26.11.2017

Autor Jaromir Konecny schreibt im Nachwort des Romans, dass 2015 - als die Flüchtlinge kamen - seine eigene Zeit als Flüchtling wieder auflebte: In den 80er-Jahren kam der Tscheche nach Deutschland. Er hatte beim Schreiben keine tiefschürfenden Ziele im Sinn, heißt es hier weiter; er wollte nur die Leser und sich selbst unterhalten und zeigen, dass hinter jedem Flüchtling ein Mensch steht - nur ein Mensch; nicht mehr, aber auch nicht weniger! Und dann noch dieser hoffnungsfrohe Schlussatz: „Wenn wir unsere Augen und Herzen öffnen, können wir irgendwann alle zusammen lachen. Hier auf unserem schönen Planeten.“

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