Wenn Tarzan sich durch Graz schwingt

Seit mehr als 30 Jahren sorgt der Grazer „Johnny Weissmüller Bund“ für künstlerische Aha-Erlebnisse. Derzeit zeigt die lose Vereinigung kreativer Köpfe unter dem Titel der Tarzan-Legende Arbeiten im Museum der Wahrnehmung.

Kunst
JWB

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 6.12.2017

Als Olympiaschwimmer, der als erster Mensch die Hundert-Meter-Strecke unter einer Minute schwamm und vor allem später als Tarzan-Darsteller war der 1904 im heutigen Temesvár geborene Johnny Weissmüller ein Weltstar: „Er hat mit seiner Figur die westliche Welt erobert und sich als Gallionsfigur für unsere Zwecke qualifiziert“, sagt Dietmar Werner vom Grazer „Johnny Weissmüller Bund“.

„Gegen den Strom schwimmen“

Er betont: „Unser Anliegen war immer, gegen den Strom zu schwimmen, Koexistenzen zu machen, Gegensätze zu machen, Vertrauen in die Kraft des Einfalles zu nützen, den Dilettantismus zu professionalisieren - und die Sublimierung des Banalen und Schludrigen.“

Ausstellung
MUWA
Die Werkschau ist noch bis Anfang Februar zu sehen

Wobei es nicht mehr ganz banal ist, wenn Dietmar Werner etwa in Wien eine Straßenbahn anhält, nur um sich auf dem Trittbrett des Einstiegs die Schuhbänder besser zubinden zu können; weil der Fahrer ein Steirer war, hat er mit den Aktionisten mitgelacht.

Die politische Kraft des Lustigen

Vieles am Spaß des 1983 gegründeten „Johnny Weissmüller Bundes“ erschließt sich aus der doppelten oder mehrfachen visuellen Bedeutung der ausgestellten - respektive fotografierten - Objekte: Wenn zum Beispiel ein Glas eingelegter Heringe zu sehen ist und darüber „Der Ukraine helfen - Russen essen“ steht, dann wird rasch klar, dass vermeintlich nur Lustiges durchaus politische Kraft hat.

Ausstellung
JWB/MUWA

Noch bis Anfang Februar präsentiert sich der „Johnny Weissmüller Bund“ im Grazer Museum der Wahrnehmung und verspricht dabei auch diesmal so manches künstlerisches Aha-Erlebnis - wenn Tarzan sich durch Graz schwingt.

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