Die Suche nach dem „American dream“

Der 90er-Jahre-Broadway-Hit „Ragtime“ tourt derzeit durch Europa und macht jetzt auch in der Grazer Oper Halt. Es ist die Geschichte dreier Schicksale in den USA um das Jahr 1900 – einer Zeit voller Umbrüche.

Amerika soll den Einwanderern Glück bringen - sie erhoffen sich hier ein besseres Leben und wollen den „American dream“ leben. In „Ragtime“ fließen die Schicksale dreier Familien zusammen: jenes des jüdischen Einwanderers Tateh, jenes einer großbürgerlichen New Yorker Familie und das des schwarzen Pianisten Coalhouse Walker Junior.

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 12.1.2018

„Reißt einen einfach mit“

Als erfolgreicher Musiker bringt Coalhouse neuen Schwung in die neue Zeit – den Ragtime. Es handelt sich um einen Vorläufer des Jazz und ist Rhythmus für die Aufbruchsstimmung um 1900. Das Musical wurde für seine vielschichtige, gefühlvolle Musik mit dem renommierten Tony-Award ausgezeichnet.

Ragtime
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„Ich glaube, das Erfolgsrezept der Musik ist ganz eindeutig, dass sie mitreißt. Es gibt keinen Moment, wo man das Gefühl hat, es ist langweilig. Es ist eine Musik voller Gefühl und eine Musik, die in unglaublich reichhaltiger Art diese Zeit und auch die Höhen und Tiefen dieser Zeit schildert. Das reißt einen einfach mit und lässt einen nicht mehr los“, sagt der musikalische Leiter Robin Engelen.

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Einflüsse aus dem 20. Jahrhundert

Auch inhaltlich bewegt die Geschichte: Aufschwung und Abstieg liegen nah beieinander. Coalhouse wird Opfer rassistischer Gewalt, schwört Rache und will Gerechtigkeit.

Regisseur Philipp Kochheim hat das opulente Musical klar Anfang des 20. Jahrhunderts verortet, spielen doch neben den fiktiven Hauptfiguren historische Personen wie Auto-Bauer Henry Ford oder Bürgerrechtler Booker T. Washington mit.

Doch die Geschichte ist gerade heute hoch brisant, meint Coalhouse-Darsteller Alvin Le-Bass: „Es ist auf der ganzen Welt aktuell: hier die Flüchtlings-Situation, in Amerika der schon normale Rassismus - es ist die Geschichte von heute.“

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