VIP’s auf den Kopf gestellt

„VIP’s Union“, eine Ausstellung im Grazer Kunsthaus, geht in die zweite Phase: Diesmal werden die Möbelstücke prominenter Steirer umgedreht und mit unangenehmen Gerüchen umspielt. Gezeigt werden soll die Brüchigkeit der Gesellschaft.

Ausstellungstipp:

Die Schau „Surrender“ ist bis Anfang April im Space 02 im Kunsthaus zu sehen.

Man hat ja oft ein Möbelstück, das einem besonders am Herzen liegt - ein Stuhl, ein altes Sofa, ein Holzkästchen -, und mit jedem Stück verbindet man eine Geschichte. Im Kunsthaus Graz waren seit Juni letzten Jahres viele solcher Einzelstücke ausgestellt - allesamt von bekannten Personen, also VIP’s, aus Graz und der Steiermark, darunter Künstler Erwin Wurm, Diözesanbischof Hermann Glettler oder auch Opern-Intendantin Nora Schmid.

Zweite Phase soll Unsicherheit erzeugen

In dieser ersten Phase der Ausstellung waren die Möbel im Kunsthaus verteilt, wo sie für neun Monate das ursprüngliche Mobiliar ersetzten und von Besuchern benutzt werden konnten. Zusammengestellt wurde die Ausstellung „VIP’s Union“ von der koreanischen Künstlerin Haegue Yang.

Haegue Yang, Ausstellung Kunsthaus
ORF

Nun soll die zweite Phase der Ausstellung unter dem Titel „Surrender“ bewusst Unsicherheit erzeugen: Bauernmöbel, Bürostühle, Tische und Stühle der Jahrhundertwende, Massenware, modernes und zeitgenössisches Design, Selbstgebautes oder eigenhändig Restauriertes - die insgesamt 100 Möbel werden im Ausstellungsraum auf den Kopf gestellt und verwandeln sich so in Skulpturen. Unterstützt durch wechselnde Lichtverhältnisse und sechs unangenehme Gerüche wie Knoblauch, verbrannter Gummi, Marihuana oder Schwefel, wird die in Phase Eins erzeugte Gemeinschaft brüchig.

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 14.2.2018

„VIP’s Union“ wurde zuvor unter anderem in Berlin, Antwerpen und Seoul präsentiert - Graz ist der erste Standort, an dem die Schau in zwei Teilen realisiert wurde.

„Hinweis auf Großzügigkeit“

Ein Lieblingsstück habe sie nicht, sagt die Künstlerin: „Die Beziehung entwickelt sich viel mehr zwischen den Bürgern und der Institution“, so Haegue Yang.

Haegue Yang, Ausstellung Kunsthaus
ORF

Die zentrale Idee der Ausstellung sei es, auf die Großzügigkeit der Leihgeber hinzuweisen. Die umgeworfenen Möbelstücke sollen aber kein Hinweis auf etwaige Misserfolge der Besitzer sein, so Yang: „Die Definition von VIP ist eigentlich auch nicht konventionell für mich. VIP ist vielleicht jemand, der in der Gesellschaft von sich aus eine Rolle spielen möchte und nicht nur vor sich hinleben möchte, und deshalb gehört die Großzügigkeit indirekt und direkt mit dem Begriff VIP in einen Zusammenhang“, erklärt Haegue Yang.

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