Luis Sammers Bild von der griechischen Antike

Der steirische Künstler Luis Sammer gibt in der Galerie Sigmund Freud im LKH Süd-West Einblicke in die griechische Antike: Unter dem Namen „Die Scherben des Minos“ sind 23 Bilder in Ölkreide-Mischtechnik zu sehen.

„Kreta ist etwas ganz Spezielles, Ursprüngliches, Archaisches, und wenn man dort lebt, wird man automatisch mitgerissen", sagt Künstler Luis Sammer.

Düstere Bilder in Ölkreide-Mischtechnik

Und mitreißen will und kann der bald 80-jährige gebürtige Oststeirer auch - sei es als langjähriger Kunstlehrer im Bischöflichen Gymnasium oder als Schöpfer zum Teil sehr großformatiger und so gut wie immer abstrakter Werke.

Er wolle nicht die Wirklichkeit abmalen, betont Sammer, deswegen entstehen seine Werke auch immer mit dem Rücken zum Motiv - die der aktuellen Ausstellung den Titel gebenden Scherben des Minos gibt es aber wirklich.

Luis Sammer: "Die Scherben des Minos"
ORF

Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 30.11.2015

„Nicht weit weg von meinem Atelier lag ein riesiger Haufen von Keramikscherben. Dadurch haben sich die Scherben des Minos ergeben“, erzählt Sammer. Eben diese Scherben, aber vor allem die Sagenwelt um den griechischen König Minos und seine Mutter Europa haben Luis Sammer zu den 23 teils recht düsteren Bildern in Ölkreide-Mischtechnik inspiriert.

Luis Sammer: "Die Scherben des Minos"
ORF

„Meine Bilder sind nicht eindeutig lesbar. Sie brauchen die Kreativität des Beschauers“, antwortet Sammer auf die Frage, ob das kretische Labyrinth und der Minotaurus in seinen Werken zu finden sind.

„Das Bild ist nicht ersetzbar“

Luis Sammer erarbeitete sich in den mehr als fünf Jahrzehnten seiner Karriere einen fixen Platz in der steirischen Malerei und darüber hinaus: Rund 150 Einzelausstellungen im In- und europäischen Ausland, dutzende Preise und Auszeichnungen und vor allem seine sakralen öffentlichen Aufträge sprechen eine deutliche Sprache. „Das Bild ist nicht ersetzbar. Bildlos kann niemand leben. Wir sind sehr optisch ausgerichtet auf das Auge, das ist oft sehr kurzlebig. Es kann aber sein, dass ein Stehbild neben der Fülle an Bildern seinen Platz hat. So wie ein gutes Buch", schildert der Künstler, der selbst den Scherben wenig abgewinnen kann: „Ein ganzer Krug ist schon mehr wert, als ein Haufen Scherben.“

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