„Betrunkene“ im Grazer Schauspielhaus

„Betrunkene“ sind derzeit im Schauspielhaus Graz zu sehen. Die Komödie des russischen Autors Iwan Wyrypajew ist eine österreichische Erstaufführung und gibt Einblicke in die nächtliche Trunkenheit einer Großstadt.

14 Gestalten torkeln durch die Nacht - Betrunkene sind es, die je nach Anlass den König Alkohol zum Feiern, Trauern, Vergessen oder Gedenken gebraucht haben. In verschiedenen Situationen treffen sie aufeinander, und es treffen auch jene aufeinander, die sich nüchtern nicht begegnet wären, sich nichts zu sagen gehabt hätten, oder die sich unter normalen Umständen nichts gesagt hätten.

"Betrunkene"
ORF
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Tanz im Taumel

Rund um ein Filmfest treiben in einer europäischen Großstadt angetrunkene Paare, Manager, Filmleute, Models und Prostituierte umher. Sie kommen aus dem Kino oder treffen sich mit Freunden, erzählen von ihren Erfolgen und Niederlagen und von den Dingen, die sie ändern wollen. Taumelnd machen sie einander Geständnisse oder hoffen auf die Auferstehung von Toten, machen das Unhör- und manchmal Unsagbare hörbar.

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Die Wichtigkeit der Liebe und die Stimme Gottes

Schließlich beginnt auch Gott aus ihnen heraus zu sprechen, und es erklingt eine Art Weltformel: „Nur die Liebe ist wichtig, weiter nichts. Wenn du liebst, dann lebst du, wenn du nicht liebst, bist du ein verfickter Batzen Bauschaum“ ist nur eine Wahrheit dieses unglaublichen Konzertes.

Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 12.5.2016

Erkenntnisse im Rausch

Der Rausch mache in dem Stück des sibirischen Autors die Grenze zwischen dem Selbst und dem Anderen durchlässig und vereine die unterschiedlichen Gestalten der Nacht in einer Feier der Liebe und der Erkenntnis des Göttlichen innerhalb und außerhalb ihrer selbst, heißt es auf der Homepage des Schauspielhauses. Regie in der Inszenierung am Grazer Schauspielhaus führte Bernadette Sonnenbichler, für die Bühne zeichnet Wolfgang Menardi, für die Kostüme Tanja Kramberger verantwortlich.

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