Ein Künstler mit der Motorsäge

Ob Lärchen-, Fichten- oder Ahornholz, ob großer Bär, federngeschmückter Adler oder der zu Ostern besonders beliebte Hase: Für den Salchauer Holzschnitzer Norbert Leitner ist kein Material, keine Form zu schwierig.

Wie mit einem Zeichenstift fährt Norbert Leitner mit der Motorsäge über das Holz, doch es ist keine Skizze: Hier wird gleich scharf geschnitzt - die Geburtsstunde eines neuen detailverliebten Kunstwerks des Obersteirers.

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Verwunderlich dabei: Das Unikat entsteht für den passionierten Künstler wie von selbst: „Ich habe das eigentlich schon im Kopf, wenn ich in der Früh mit dem Schnitzen beginne. Dann geht’s von selbst: Oft wundere ich mich, was ich da zusammenbringe“, schmunzelt Leitner.

Ein Jahr für einen Adler

Beigebracht er sich sein Kunsthandwerk mit dem eigenen Tüfteln an der Motorsäge: Vor fünf Jahren packte den Bahnbeamten die Leidenschaft, aus Holz Tiere zu schnitzen. Auf seinem Hof im etwas abgelegenen idyllischen Salchau inmitten der Wölzer Tauern entsteht seitdem eine aufwendige Holzskulptur nach der anderen.

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Kunstwerke, die jeden vorbeifahrenden Urlauber zu einem Zwischenstopp bewegen, wie Leitner erzählt: Vor einem Jahr bekam er so auch Besuch „von einem Indianer mit langen schwarzen Haaren, der einen Adler für ein Indianerdorf bestellt hat. Dann habe ich gesagt, okay, ein Jahr brauche ich schon - ich probier’s. Und jetzt steht der Adler da und wird bald abgeholt“.

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Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 15.4.2016

Fantasie und Respekt vor der Natur

An Fantasie mangelt es dem Holzkünstler jedenfalls nicht - auch nicht an Liebe zur Natur: „Natürlich habe ich Respekt vor den großen Bäumen. Wenn ich sie anschaffe, habe ich schon im Kopf, was daraus entstehen könnte“, so Leitner.

Dass seine Skulpturen irgendwann den Hof verlassen, um nach ganz Europa zu gehen, lässt den Hobby-Schnitzer allerdings wehmütig werden: „Ich bin schon sehr verbunden mit den Sachen und trenne mich schwer davon. Man ist da so bei der Sache, so bei der Schnitzerei.“

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