Ein Jedermann spricht Stoasteirisch

Die Aufführung des Jedermann bei den Salzburger Festspielen zählt zu den Highlights im österreichischen Kulturkalender. Dass sie auch im steirischen Dialekt funktioniert, beweist derzeit die Laientheatergruppe von St. Anna am Aigen.

Veranstaltungshinweis:

Zwei Gastspiele des Jedermann auf Steirisch finden noch am 3. und 10. Juni in Fehring statt.

Mit Gstanzl und Wein feiert Jedermann den Reichtum und die Sünde - nicht ahnend, dass Gott ihn richten will. Im Arm des Todes fleht er schließlich um Barmherzigkeit, bei seinem Geld, bei Mammon, fleht er um Geleit - und das alles in stoasteirischer Reimart.

Dialekt als Vorteil mit kleinem Stolpersteinchen

Jedermann Georg Schnell schmunzelt: „Das Hochdeutsche liegt mir nicht so - von dem her tu ich mir schon leichter. Und es kommt auch volksnäher rüber, indem man die Sprache, die im Grunde auch jeder andere versteht, spricht.“

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Doch der Dialekt bietet auch einen kleinen Stolperstein, wie Regisseur Peter Haarer betont: „Es ist ja alles in Reimform geschrieben - und da wird’s für die Schauspieler schon sehr happig: Ein Textfehler kann fatale Folgen haben, also das ist der einzige Nachteil. Aber sonst ist es im Dialekt wesentlich angenehmer, weil das unsere Sprache ist.“

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Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, am 27.5.2017

„Sind schon kleine Profis“

Doch Texthänger sind kein Thema, denn das erste Mal Theater gespielt wurde in Sankt Anna am Aigen vor achtzig Jahren. Und der Jedermann ist auch kein Unbekannter. Schon gar nicht für den Tod persönlich - verkörpert von Karl Legenstein: „Wir haben vor neun Jahren schon einmal gespielt und jetzt, sagen wir so, sind wir schon kleine Profis.“

Natürlich ist auch der Teufel mit von der Partie - „jetzt muss ich noch fragen: Wie qualifiziert man sich für die Rolle des Teufels? Also, ich bin im echten Leben nicht so, aber auf der Theaterbühne geht’s gut, ja perfekt!“

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