Das Kopftuch als Kunstgegenstand

Das Künstlerkollektiv G.R.A.M. präsentiert sich in seiner aktuellen Arbeit abseits üblicher Paparazzi-Fotos und widmet sich vielmehr einer Alltagssituation und einem Kleidungsstück: dem Kopftuch.

Ein Hauch von Istanbul weht derzeit durch die Kunsthalle Graz: Sieben Fotos, aufgenommen innerhalb einer Dreiviertelstunde auf einem orientalischen Markt, füllen einen ganzen Raum aus. Sie wurden zu einem 60 Quadratmeter großen Panoramabild zusammengefügt und beschäftigen sich vor allem mit einem bunten Stück Stoff: dem Kopftuch. Dieses ist mittlerweile ja nicht mehr Kleidungsstück allein, sondern wurde immer mehr zur Plattform und Projektionsfläche für politische Diskussionen.

Kunsthalle
ORF
Das Panoramabild eines orientalischen Marktes

„Sharp dressed“

„Sharp Dressed“ nennt sich die Ausstellung des Künstlerkollektivs G.R.A.M., die eine bunte Flut an Eindrücken, eine aus dem Leben bzw. aus dem Markt gegriffene Situation zeigt. Ohne eine Stellung im aktuellen Diskurs zu beziehen, lässt die Ausstellung Spielraum für die eigenen Interpretationen.

Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 5.7.2017

Als interessantes Detail streicht G.R.A.M. hervor, dass auch das Symbol des lokalen Patriotismus – der Steireranzug – anfangs als Ausdruck separatistischen Widerstands von offizieller Seite abgelehnt und am Wiener Hof verboten wurde. „Kann also die Angst einer Gesellschaft soweit reichen, dass man sich vor dem äußeren Erscheinungsbild eines Menschen derart fürchtet?“, fragt das Künstlerkollektiv.

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