Als das Fernsehen laufen lernte

Vor 60 Jahren, als es mit dem TV losgegangen ist, waren Fernsehgeräte eine Ausnahme und keine Selbstverständlichkeit. Auch das Fernsehen wird in „100 x Steiermark“ im Museum für Geschichte in Graz behandelt.

Fernsehen einst
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Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 28.12.2017

Heutzutage sind Fernsehgeräte in jedem Haushalt selbstverständlich - zu Beginn des Fernsehzeitalters war das ganz anders und für viele schlicht unleistbar: 14.000 Schilling kostete ein Gerät damals - zum Vergleich: Ein Paar Schuhe kostete damals rund 150 Schilling.

Neue Ära

Fernsehgeräte waren das Lifestyleprodukt der 50er-Jahre. Es war der Beginn einer neuen Ära: Zuerst nur auf wenige Stunden pro Tag beschränkt, brachte Fernsehen erstmalig die weite Welt ins Haus. 95 Fernsehgeräte gab es 1955 in der Steiermark, zwei Jahre später waren es schon 2.000.

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Straßenfeger

So manche Sendung, die über die runden Bildschirme flimmerte, fegte damals die Straßen leer. „Das Fernsehen hat im Prinzip auf alle Lebensbereiche Auswirkungen gehabt, auf das Freizeitverhalten, Konsumverhalten, im Prinzip hat das Fernsehen den Tagesablauf neu strukturiert“, so Maria Froihofer vom Universalmuseum Joanneum.

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Gemeinsam vor einem Gerät

„Spannend ist sicher, dass gerade am Anfang nicht die fernsehende Familie die dominante Fernseherfahrung war, sondern, dass es eher darum gegangen ist, kollektiv, gemeinsam zu fernsehen, in Gasthäusern oder auch vor den Schaufenstern von Radiofachgeschäften, das hatte schlichtweg den Grund, dass Fernsehgeräte sehr teuer waren und der Großteil der Menschen sie sich nicht leisten konnte“, so Froihofer.

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Alexander Hofer
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Sammlerherz und logisches Denken

Seit vier Jahrzehnten sammelt Alexander Hofer Geräte der frühen Fernsehtage und erweckt sie zu neuem Leben. 60 Jahre alte Technik - ganz ohne Schummelsoftware - und sie funktioniert noch immer. „Die Faszination dieser älteren Geräte ist die durchschaubare Technik, die man nachvollziehen kann, und die Freude ist, dass man den Fehler, den ein Gerät hat, durch logisches Denken findet, und das Gerät das dann damit belohnt, dass es funktioniert“, so Alexander Hofer.

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