Was vom Kino übrig blieb

Im 20. Jahrhundert war der Kinofilm das Leitmedium schlechthin - mittlerweile haben ihm die neuen Medien seine Bedeutung abgerungen. Eine Ausstellung in Graz beschäftigt sich nun mit den greifbaren Überresten des Kinos.

Der Titel „Was vom Kino übrig blieb“ ist bewusst provokant und melancholisch gewählt: Einerseits bezieht er sich auf den berühmten Roman- und Filmtitel „The Remains of the Day“, also „Was vom Tage übrig blieb“, von Schriftsteller Kazuo Ishiguro und Regisseur James Ivory.

"Was vom Kino übrig blieb"
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„Andererseits geht es uns darum, dass wir Objekte zeigen, die das Kino wirklich physisch hinterlassen hat. Also all diese Relikte wie Kulissen und auch diese ganzen Sammlungen, die rund um das Kino entstanden sind, wie Sammlerfiguren, Hefte und Bücher“, sagt Kurator Norbert Pfaffenbichler.

Ausstellungstipp:

Die Ausstellung „Was vom Kino übrig blieb“ im Grazer Künstlerhaus ist bis 22. April zu sehen

„Kino als kulturelles Gedächtnis“

In der Ausstellung des Künstlerhauses - Halle für Kunst & Medien werden also Raritäten wie Kinozeitschriften aus den 70ern, Konvolute von alten Kinokarten oder originale Beleuchtungskörper gezeigt; daneben sind Filmprojekte heimischer wie internationaler Kunstschaffenden zu sehen. Die Ausstellung richtet den Scheinwerfer auf Kino und Film in seiner geschichtlichen Entwicklung und Bedeutung für Gesellschaft und Politik.

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„Das Kino und der Film sind die Leitmedien des 20. Jahrhunderts. Damit verbunden sind die Aufbrüche aus den 20er- bis 60er-Jahren: Das klassische Hollywood Kino und das darauf aufbauende Autorenkino“, sagt Sandro Droschl, Direktor des Künstlerhauses - Halle für Kunst und Medien. Heute sei das Kino eher im Rückzug begriffen. Trotzdem habe es eine der wichtigsten historischen Funktionen als kulturelles Gedächtnis über, so Droschl weiter.

Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 12.2.2018

Cinephilie, die Liebe zum Kino

„Das Interessante ist, dass sich die zeitgenössischen Künstler hauptsächlich historisch mit dem Film befassen. Auch beziehen sie sich hauptsächlich auf die historische Phase des Kinos, nämlich die 50er- und 60er-Jahre“, so Kurator Pfaffenbichler.

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Vor allem geht es in der Ausstellung aber um die Liebe zum Kino. Pafferhofer bezeichnet sich selbst als Kinoliebhaber: „Ich hoffe, dass man in der Ausstellung sieht, dass ich nicht der Einzige bin. Es geht auch darum, dass wir die verschiedenen Formen der Cinephilie, also der Liebe zum Kino, zeigen können“, so Pfafferhofer.

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