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 Holunder |
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Des Bauern Apotheke
Der Hollerbusch ist aus vielen Kinderreimen bekannt und war eine wichtige Kultpflanze unserer Vorfahren; und so unterschiedlich wie die Farben - weiße Blüten, schwarze Blüten - so unterschiedlich sind auch die Mythen, die sich um den Holunder ranken.
"Doppeltes Gesicht"
Das "doppelte Gesicht" des Holunder zeigt sich schon in den unterschiedlichen Meinungen, die es zum Namen des Holunders gibt: Einige Sprachwissenschaftler übersetzen Holunder als "schwarzer Baum", andere leiten den Name von "Frau Holle" ab.
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Frau Holle...
Holda oder Frau Holle war die germanische Muttergottheit. In dem Grimm-Märchen "Frau Holle" wird erzählt, dass es auf der Erde schneit, wenn Holda ihr Bett ausschüttelt. Goldmarie und Pechmarie kommen durch einen Brunnen zu Frau Holle, sie sind also in einer Art Unterwelt. Der Schnee fällt aber vom Himmel - Frau Holle ist also unten und oben zugleich. |
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... oder Göttin Holda
Die Germanen sahen in Holda die Göttin des Lebens, gleichzeitig aber auch die Göttin des Todes.
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Leben und Tod
Ihr Dasein auf Erden stellte sich für die Germanen als Teil eines ewigen Kreises dar: So wie das Samenkorn in der Erde aufgeht, keimt, wächst, Frucht trägt, neues Leben hervorbringt und schließlich stirbt, sahen unsere Vorfahren auch sich selbst in diesen Kreislauf eingebunden. |
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Früher wurde alles verwendet, ...
Der Holunder wurde früher als Apotheke der Bauern bezeichnet, da alle Teile des Busches in der Volksmedizin Gebrauch fanden. Man verwendete beispielsweise die Blüten gegen Grippe, den Saft der Beeren bei Herpes, die Blätter bei Prellungen und die Rinde als Abführmittel.
... heute nur mehr Blüten und Früchte
Heute werden nur noch die Blüten und Früchte des Holunder (Sambucus nigra) verwendet. Sie enthalten Vitamin C und stärken deshalb unsere Abwehrkräfte. Holunder enthält aber auch Kalium, wirkt also regulierend auf den Wasserhaushalt.
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Holunder hilft beim Ausschwitzen, wirkt antibiotisch und schleimlösend. Diese Eigenschaften machen ihn zu einem wertvollen Helfer in der Grippezeit. |
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Holundertee |
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Gutes Grippemittel, ...
Für einen Holundertee brauchen Sie zwei kleine Löffel Blüten, die man mit einem Viertel Liter kochendem Wasser übergießt. Der Tee sollte zehn Minuten ziehen.
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Wenn der Tee zum Ausschwitzen von Fieber gebraucht wird, sollte man ihn heiß trinken; wer der Grippe vorbeugen will, trinkt den Tee lauwarm. |
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... aber Vorsicht!
So wie die Göttin Holda Leben und Tod symbolisiert, so ist auch der Holunder Heil- und Giftpflanze zugleich. Die Beeren des Holunders sollten nie roh gegessen werden: Vor allem unreife Früchte sind leicht giftig; sie verursachen Übelkeit und Brechreiz.
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Ein letzter Rest der Kulttänze unserer Vorfahren |
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Ringel, Ringel, Reihe
Auch in Kinderreimen findet der Holunder Erwähnung. Weit verbreitet ist folgender kleiner Reim:
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Ringel, Ringel, Reihe,
Sind der Kinder dreie.
Sitzen unterm Hollerbusch,
rufen alle husch, husch, husch. |
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Die Kinder halten sich an den Händen, singen den Reim und tanzen dazu im Kreis. Bei den letzten Worten setzten sie sich auf den Boden. Vermutlich hat sich in diesem Kinderspiel ein letzter Rest der Kulttänze unserer Vorfahren erhalten.
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Warten auf den schwedischen Elfenkönig
Aber nicht nur bei uns war der Holunder tief im Volksglauben verankert. In Schweden beispielsweise gibt es ebenfalls alte Legenden, in denen der Holunder vorkommt. Setzt man sich - so erzählt eine schwedische Legende - zu Mittsommer in der Abenddämmerung unter einen Holunderbusch, so braucht man nicht lange warten, und man sieht den Elfenkönig mit seinem Hofstaat vorüberziehen.
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"Immer gut drauf"
Manche blühen in prächtigen Farben, manche wirken unscheinbar: Kräuter können heilen und uns helfen, Zugang zu den Geheimnissen der Natur zu finden.
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Buchtipp:
Eine kompakte Übersicht an Kräutern, Wirkstoffen und Anwendungsmöglichkeiten bietet das Buch "Heilpflanzen - Apotheke aus der Natur", erschienen im Kneipp-Verlag. Der Autor Bernd Milenkovics ist Apotheker in der Grazer Adlerapotheke und Präsident des Österreichischen Kneipp-Bundes. Unser Teerezept haben wir aus seinem Buch entnommen.
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