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SA | 21.11 | 14:02
Die Kraft der Kräuter (Bild: steiermark.ORF.at)
Die Kraft der Kräuter
Manche blühen in prächtigen Farben, manche wirken unscheinbar: Kräuter können heilen und uns helfen, Zugang zu den Geheimnissen der Natur zu finden - und ein solches Geheimnis birgt nahezu jedes Kraut in sich.
Pflanzenkunde bei den alten Ägyptern, ...
Die Pflanzenkunde hat eine lange Tradition. So spielten Kräuter beispielsweise schon im alten Ägypten eine große Rolle. Thymian etwa wurde zum Einbalsamieren der Mumien verwendet.
... aber auch bei uns
Aber auch bei uns ist das Wissen um Kräuter und ihre Wirkung tief in der Geschichte und der Tradition verwurzelt. So war der Thymian auch bei uns bekannt; Hildegard von Bingen empfiehlt ihn bei Atemnot, Asthma und Keuchhusten.
"Auf der Wiese wachsen so viele Pflanzen. Bei vielen hatte ich keine Ahnung, was das ist", erinnert sich Moni Novotny, eine "Kräutlerin"; seit sie vor sieben Jahren "auf's Land" gezogen ist, beschäftigt sie sich mit Kräutern.

Natürliche Marktforschung
"Um ein Haus wachsen immer die Kräuter, die von den Leuten gebraucht werden, die dort leben", ist Novotny überzeugt.
Moni Novotny ist Mitglied der "Kräuterspirale". Gemeinsam mit Scarlett Sipek und Daniela Pall stellt sie Salben, Tees, Tinkturen und Öle her. Besonders wichtig ist ihnen dabei, nur mit naturbelassenen Stoffen und Pflanzen aus der Natur oder dem eigenen Garten zu arbeiten.
Kräuter (Bild: Agnes Fogt)
Kräuter halten gesund, können aber... Viele Möglichkeiten, klare Grenzen
Keine Chemie, keine Nebenwirkungen, und Kräuter halten gesund, stärken zum Beispiel das Immunsystem und verringern damit die Gefahr, krank zu werden. Trotzdem kann Kräutermedizin den Besuch beim Arzt nicht immer ersetzen.
Werden Kräuter innerlich angewendet, so dauert es rund sechs Wochen, bis sich die erwünschte Wirkung zeigt. Äußerlich angewandt kann Pflanzenmedizin auch sofort wirken; ein Stück Zwiebel etwa vertreibt in Sekundenschnelle den Juckreiz bei Insektenstichen.
... auch giftig sein! Eine weitere Grenze im Umgang mit Kräutern ist die des eigenen Wissens. Kräuter, die man nicht kennt, sollte man nie zu sich nehmen. "Kräuter können giftig sein", warnt der Grazer Arzt Johannes Klement.

Kräuter selbst sammeln...
Ein eigener Garten ist natürlich das Beste, will man Kräuter selbst anbauen. Einige Pflanzen werden jedoch im Garten nicht wachsen, weil sie eine bestimmte Umgebung oder einen bestimmten Typ Boden brauchen.
Kräuterspirale (Bild: steiermark.ORF.at)
... oder selbst anbauen
Hat man einen eigenen Garten, eignet sich eine Kräuterspirale besonders gut zum Ansetzen von Kräutern. "Der Vorteil ist, dass man auf kleinstem Raum unterschiedliche Pflanzen anbauen kann, die alle ganz verschiedene Bedingungen brauchen", erklärt Sipek.
Eine Kräuterspirale kann man sich wie einen kleinen Kräuterberg vorstellen; angesetzt werden die Pflanzen quasi auf einer Straße, die sich den Berg hinaufschlängelt. Auf der Bergspitze herrschen andere Bedingungen als am Fuß des Berges, wodurch man eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzen ansetzen kann.
Auch in der Stadt können Kräuter wachsen
"Am Land kann man sich ausbreiten, in der Stadt ist das schwierig", so Novotny; trotzdem kann man auch aus einem Balkon einen Garten machen: mit Hilfe der Permakultur.
Vorreiter in Sachen Permakultur ist der "Agrarrebell" Sepp Holzer. Die Permakultur setzt auf ein Arbeiten mit der Natur und nützt die Vorteile der Mischkultur. In seinem Buch "Permakultur - Praktische Anwendung für Garten, Obst und Landwirtschaft" beschreibt Holzer, wie man einen Balkongarten anlegen kann, in dem nicht nur Kräuter, sondern auch Obst und Gemüse wachsen.
"Mauerblümchen"
Der Trog, in dem die Pflanzen gesetzt werden, wird durchbohrt und in ein Wasserbecken gestellt. Ein Holzstamm, der durch die Bohrstelle bis in das Wasserbecken reicht, reguliert die Feuchtigkeit und dient als Klettergerüst etwa für Kiwis oder Bohnen. Außerdem können auf diesem Stamm Speisepilze kultiviert werden.
Die Mischung macht's!
Man sollte aber stets darauf achten, welche Pflanzen man nebeneinander setzt. Knoblauch zum Beispiel schützt vor ungewünschtem Pilzbefall, Basilikum vor Mehltau. Diese beiden Pflanzen sollte man also in der Nähe von anfälligen Pflanzen wie etwa Gurken setzten. Erbsen und Bohnen wiederum sind Pflanzen, die den Boden verbessern. Sie sind die richtige Nachbarschaft für Zucchini oder Spinat, die dem Boden einiges abverlangen.
Im Kleinen beginnen
Aller Anfang muss nicht immer schwer sein: Stellen Sie sich ein paar Kräuter aufs Fensterbrett; nehmen Sie im Frühling ein Pflanzen-Bestimmungsbuch mit, wenn Sie wandern gehen. Beginnen Sie im Kleinen und Sie werden die Kraft der Kräuter nach und nach kennen lernen!