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Salbei (Bild: steiermark.ORF.at)
Salbei
Lebenselixier mit Biss
"Kraut der Unsterblichkeit" nannte Paracelsus den Salbei; eine Studie wies den Salbei 2003 überhaupt als die bekannteste Heilpflanze aus. Gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum, gegen übermäßige Schweißproduktion und sogar gegen Vergesslichkeit soll der Salbei helfen.
Nomen est omen
"Salbei" ist vom Lateinischen "salvare" bzw. "salvus" hergeleitet. Die Eigenschaften der Pflanze stecken also schon im Namen: "salvare" bedeutet heilen oder retten, "salvus" gesund.
"Iss Salbei im Mai und Du wirst leben für immer und ewig", besagt ein englisches Sprichwort. Ewiges Leben
Dem Salbei wurde einst nachgesagt, er könne ewiges Leben bringen. Die Medizinschule von Salerno, die im Mittelalter medizinisches Wissen sammelte und mehrte, rühmte den Salbei in den höchsten Tönen:
Cur moriatur homo cui Salvia cresit in horto? - Warum sollte ein Mensch sterben, in dessen Garten Salbei wächst?
Von Officinalis...
Es gibt viele verschieden Salbeiarten: Als Medizin werden der echte Salbei (Salvia officinalis) und der griechische Salbei (Salvia fruticosa)verwendet. Bei uns wächst außerdem noch der Wiesensalbei (Salvia pratensis), der in der Medizin aber nicht genutzt wird. 
... bis divinorum
Der Mexikanische oder Zaubersalbei (Salvia divinorum) wurde von den Heilern vieler Indianerstämme verwendet. Die Pflanze enthält die halluzinogene Substanz Salvinorin; der Heiler nahm einige Blätter zu sich, empfing im Traum eine Vision und wusste, wie der Kranke zu heilen war.
Mit Edelsalbei gegen Entzündungen
Der echte Salbei hat viele volkstümliche Namen: Unter anderem wurde die Pflanze als Zahnblatt, Edelsalbei, Schmale Sophie, Geschmackblatt oder Königssalbei bezeichnet. Er hilft bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, bei übermäßiger Schweißproduktion und bei Krämpfen während der Menstruation.
Aller guten Dinge sind drei
Der Salbei wirkt gleich dreifach bei Entzündungen: Die Durchblutung wird angeregt, der Salbei wirkt außerdem zusammenziehend, er dichtet also die oberste Zellschicht ab; dadurch wird verhindert, dass die Wunde "ausläuft". Drittens wirkt das ätherische Öl desinfizierend - keine Chance also für Viren, Bakterien und Pilze.
Kein Grund zur Panik
Wer vor Prüfungen oder Präsentationen mit Schweißausbrüchen zu kämpfen hat, der ist mit Salbei ebenfalls gut beraten. Das ätherische Öl wirkt auf das Wärmeregulationszentrum des Hirns und hemmt somit die Schweißproduktion.
Entwöhnungsbedürftig
Während der Schwangerschaft sollte man aber auf das regelmäßige Trinken von Salbeitee verzichten, und auch während des Stillens sollte sparsam mit der Pflanze umgegangen werden, denn Salbei hemmt die Milchproduktion. Beim Abstillen ist die Pflanze allerdings ein wertvoller Helfer.
Tee zum Gurgeln
Übergießen Sie zwei gehäufte Teelöffel Salbei mit einem Viertel Liter kochendem Wasser; 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen.

Dieser Tee wird zum Gurgeln verwendet. Wollen Sie den Tee trinken, bereiten Sie ihn leichter zu - etwa ein Teelöffel Kraut und vier bis zehn Minuten ziehen reicht. Länger als zehn Minuten sollte man den Tee nicht ziehen lassen, da er sonst bitter wird.
Die Dosis...
Bei Salbei sollte eine Tagesmenge von sechs Gramm nicht überschritten werden. Zwei Tassen am Tag sind ideal und stellen keinerlei Gefahr dar.
... macht das Gift
Das ätherische Öl des Salbei enthält 20 bis 60 Prozent des Nervengiftes Thujon. Im Salbei kommt es nicht in großen Mengen vor und trägt sogar zur Heilwirkung der Pflanze bei. Es gilt also: Die Dosis macht das Gift.