Gaskraftwerk Mellach offiziell in Betrieb

Am Freitag geht das Kombigaskraftwerk in Mellach offiziell in Betrieb. Laut der Verbundgesellschaft speist das Kraftwerk bereits seit einiger Zeit Fernwärme und Strom ins Netz ein. Mit Mellach ersetzt der Verbund fünf stillgelegte Kraftwerksanlagen.

Drei Jahre lang war der Standort Mellach Österreichs größte Kraftwerksbaustelle. Mehr als drei Millionen Arbeitsstunden wurden in das Gas-Dampfkraftwerk investiert und dabei bis zu 1.200 Fachkräfte gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt, so der Verbund. Die Gesamtinvestitionen betrugen rund 550 Millionen Euro.

Ersatz für fünf stillgelegte Kraftwerke

Das Kraftwerk Mellach produziert gleichzeitig Strom und Wärme (832 MW elektrische Nettoleistung und 400 MW Fernwärmeauskopplung), die mit etwa 130 Grad Celsius über die Fernwärmeleitung der Energie Steiermark in das Grazer Netz eingespeist wird. Mellach ist der Ersatz für die fünf stillgelegten Kraftwerksanlagen Voitsberg, Zeltweg, St. Andrä, Pernegg und Neudorf/Werndorf 1. Das neue Werk springe in der Stromerzeugung auch immer dann ein, wenn der Wind für Windkraftanlagen nicht ausreichend stark wehe oder die Sonneneinstrahlung für Solarkraftwerke zu gering sei, heißt es vom Verbund.

Gaskombikraftwerk Mellach Turbine

ORF

Zwei Gasturbinen verbrauchen stündlich 130.000 Kubikmeter Gas.

Testbetrieb seit Sommer 2011

Im Juli 2011 hatte Generalunternehmer Siemens bereits den ersten Kraftwerksteil in Testbetrieb genommen, im August folgte der zweite Teil. Im Verlauf einer Probezeit wurden dann Schritt für Schritt Einheiten wie Druckkessel und Dampfturbinen zugeschaltet. Im September konnte schließlich das erste Mal Strom ins Netz eingespeist werden. Dann habe sich in einem der Generatoren ein technisches Problem ergeben, worauf Teile ausgetauscht wurden, so der Verbund. Kurz darauf konnte erstmals auch Fernwärme ins Netz eingespeist werden. Ab Freitag ist das Kombi-Gaskraftwerk nun fix in Betrieb.

„Mit diesem Gaskombikraftwerk haben wir jetzt in Mellach nicht nur Gas, sondern auch Öl, Kohle und Wasserkraft – das ist einzigartig in Europa“, freut sich Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (ÖVP).

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