Grazer Roma-Projekt soll ausgeweitet werden

Bei einer internationalen Konferenz am Dienstag in Graz ist ein steirisches Roma-Projekt im Mittelpunkt gestanden. Das Projekt verschafft Roma in ihrer Heimat durch den Anbau von Bioknoblauch Arbeit und soll nun ausgeweitet werden.

Mit dem Bettelverbot schrieb Graz Negativschlagzeilen; um dem bloßen Verbieten etwas entgegenzusetzen, entstand hier aber auch die Idee zu einem Arbeits- und Entwicklungsprojekt in den Heimatländern der Roma - der dort angebaute Bioknoblauch ist mittlerweile auch in heimischen Supermarkt-Regalen zu finden - mehr dazu auch in Knoblauchprojekt als Roma-Hilfe (8.3.2012).

Von der EU gefördert

Das Ziel des mittlerweile von der EU geförderten Arbeitsprojekts formuliert Bernd Spiegl vom Verein „European Neighbours“ so: „Die Vision ist, zehntausende Arbeitsplätze für Roma-Familien als ökosoziales Projekt zu schaffen und dem Konsumenten wertvolle Lebensmittel zur Verfügung zu stellen.“

Projekt wird weiterentwickelt

Bald soll der nächste Schritt folgen, sagt Rudolf Sarközi vom Roma-Kulturverein: „Es wird auch weitere Folgen geben, auch in der Anbautätigkeit, man kann Boden nicht immer mit gleicher Frucht belegen. Und ich hab’ für mich gesagt, es gibt so viele brachliegende Gründe in Europa, und das westliche Europa schreit nach biologischen Früchten, und hier gibt’s die Möglichkeit.“ Mittlerweile verpflichteten sich sechs Partnerstädte in der Slowakei, in Ungarn, Kroatien und Rumänien, das Knoblauch-Projekt weiter zu entwickeln.

Know-how und Schulungen

Graz ist auch in anderer Hinsicht Zentrum des Projekts: Die landwirtschaftliche Fachschule Alt-Grottenhof stellt Know-how in Sachen Saatgut zur Verfügung, und auch praktische Schulungen wird es dort geben: „Wir haben riesige Brachflächen in ganz Europa, und das gilt es jetzt zusammenzuknüpfen und daraus eine arbeitsmarktpolitische Initiative durchzuführen“, so Spiegl.

Unter den Zuhörern der Konferenz waren nicht nur Schüler aus Graz, sondern auch junge Roma von einem Gymnasium in der Slowakei - ihre Anwesenheit beweist, dass verbreitete Vorurteile in dieser Debatte nichts zu suchen haben.

Unterstützung durch Europarat

Auch zwei Verantwortliche des Europarats in Straßburg waren in Graz. Die Programm-Managerin der „Europäischen Allianz für Städte und Region für Roma Angelegenheiten“ des Kongresses der Gemeinden und Regionen im Europarat, Ana Rozanova, zeigte sich vom Projekt sichtlich beeindruckt: „Wir unterstützen diese Initiative sehr und freuen uns, die Erfahrungen der Grazer mit den Roma-Projekten unserer 47 Mitgliedsländer zu teilen und ihre vorbildlichen, zukunftsweisenden Ideen weiterzugeben.“

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